Sonderthema

2 Die Küche rückt ins Wohnzentrum

Archivartikel

Die Küche rückt im offenen Grundriss verstärkt in den Fokus. Wo Wände fehlen, braucht der Mensch dennoch noch einen zentralen Sammelpunkt. Das ist oftmals die Küche und ihr Tresen oder Schreibtisch. Statt die Küchenmöbel daher zu verstecken, setzt etwa der Designer Alfredo Häberli sie in das Zentrum seines Hauses, das er sich für die Koelnmesse im Rahmen der Sonderschau „Future Kitchen“ erdacht hat. „Die Küche ist für mich weiterhin die Seele des Hauses, die Feuerstelle, an der sich alle versammeln“, sagt Häberli. Das Esszimmer benennt er um in „die soziale Küche“, da beide Bereiche quasi untrennbar sind. Häberli kennt noch Arbeitsflächen und sichtbare Geräte, aber er spielt ebenfalls mit dem Zusammenwachsen der Wohnräume als Einheit. Zum Beispiel er sich vorstellen, dass die Herdplatte künftig tragbar ist wie ein Tablet. Bei Bedarf kann sie am Tisch genutzt werden – oder man setzt sie mitten auf den Tresen, wo die Herdplatte Zentrum jeder gemeinsamen Kochsession der Familie oder des Freundeskreises wird. Geht es nach dem Designer, wird auch der Kühlschrank einen kompletten optischen Wandel durchmachen – für eine verbesserte Nutzung von Lebensmitteln. Er wird durchsichtig sein und auf Augenhöhe horizontal auf einem Regal liegen. So soll man die darin gelagerten Lebensmittel häufiger zufällig sehen, und dadurch mehr daran erinnert werden, sie vor Ablauf zu verzehren.