Sonderthema

Bewerbung um UNESCO-Welterbe

Archivartikel

SchUM-Städte: Speyer, Worms und Mainz wollen das jüdische Erbe enger verknüpfen

Das jüdische Erbe in den Städten Speyer, Worms und Mainz soll noch enger miteinander verbunden werden. Die Menschen in der Region sollen sich mit dem Thema identifizieren können. Die SchUM-Städte haben deshalb ein Motto für die Bewerbung um den Welterbestatus formuliert: "SchUM-Städte am Rhein - Jüdisches Erbe für die Welt".

Die jüdischen Gemeinden in den mittelrheinischen Städten Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter einen Verbund, der die Kultur, Religion und Rechtsprechung der mittel- und osteuropäischen jüdischen Diaspora zutiefst prägte. Das Akronym SchUM als Bezeichnung für diesen Verbund setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf Latein zurückgehenden hebräischen Städtenamen zusammen: Schin (Sch) = Schpira = Speyer; Waw (U) = Warmaisa = Worms; Mem (M) = Magenza = Mainz.

SchUM ist jedoch weit mehr als eine Abkürzung und nicht nur Geschichte: SchUM ist ein Begriff am Rhein und in der Welt. Steinerne Zeugnisse der wichtigen Epoche - Synagogen, Friedhöfe und Ritualbäder - sind erhalten beziehungsweise archäologisch gesichert. Untrennbar mit diesen einzigartigen Räumen jüdischer Tradition ist das immaterielle jüdische Erbe von SchUM verwoben: Gelehrsamkeit, Thora-Kommentare, liturgische Dichtungen, Alltagsbräuche, Mythen. SchUM ist auch jüdische Gegenwart.

Weitere Aktivitäten des Vereins der SchUM-Städte werden in den nächsten Wochen und Monaten eine inhaltlich und gestalterisch neue Website, erste Informationsflyer sowie eine Ausstellung zu "Wein und Judentum" umfassen. Hinzu kommen Präsentationen auf Konferenzen und die Vernetzung mit international und national agierenden Experten der Museologie und Bildung sowie UNESCO-Experten.

Seit 2005 engagiert sich das Land Rheinland-Pfalz für die Aufnahme der SchUM-Städte in das Welterbeprogramm der UNESCO. Seit Juni 2014 nehmen die SchUM-Städte auf der Tentativliste der Kultusministerkonferenz, die über die Reihenfolge der Anträge in den nächsten Jahren entscheidet, Platz fünf ein. 2020 wird das Land Rheinland-Pfalz über das Auswärtige Amt der UNESCO in Paris das Nominierungsdossier samt Management-Plan einreichen, 2021 fällt die Entscheidung. Bewahrung, Tourismus, Austausch zu Fragen der Beziehungen zwischen Kulturen und Religionen sowie die Auseinandersetzung mit jüdischen Traditionen in ihrer Bedeutung auch für die Gegenwart werden intensiviert, sollten die SchUM-Städte Welterbe werden. zg