Sonderthema

Entlastung für pflegende Angehörige

Archivartikel

Kurzzeitpflege: Zeitlich begrenztes Angebot ermöglicht Auszeit von familiärer Verpflichtung

Wer einen Angehörigen zu Hause oder in dessen vier Wänden pflegt, tut dies aus tiefer persönlicher Verbundenheit oder aus dem Bewusstsein heraus, einer wichtigen familiären Verantwortung gerecht zu werden. Doch diese kräftezehrende Aufgabe kann neben beruflichen Verpflichtungen, dem eigenen Haushalt oder der Betreuung und Erziehung der eigenen Kinder nicht nur eine erhebliche Mehrbelastung im Alltag darstellen. Wer sich auf Dauer über die eigenen psychischen und physischen Kräfte hinaus engagiert oder aufgrund der Angehörigenpflege eigene Bedürfnisse wie Urlaub hintenan stellt, kann gar mit gesundheitlichen Folgeerscheinungen wie Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen oder Depressionen konfrontiert werden.

An dieser Stelle setzt ein Angebot an, das Angehörige entlasten will und ihnen hilft, wieder zu Kräften zu kommen, ohne den pflegebedürftigen im Stich zu lassen: die Kurzzeitpflege. Sie ermöglicht die Rund-um-die-Uhr-Betreuung von Senioren in einer Einrichtung für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen und bietet sich etwa während des Urlaubs, bei eigener Krankheit oder dringenden beruflichen Verpflichtungen an.

Viele Angehörige scheuen sich, ein solches Angebot wahrzunehmen oder wissen nicht, dass die Kurzzeitpflege weit verbreitet und in der Nähe des eigenen Wohnortes verfügbar ist. Auch dass die Pflegekasse derartige Optionen bezuschusst, ist vielen nicht bekannt. Seit einer Gesetzesänderung vor zwei Jahren kann die Kurzzeitpflege auch von Menschen ohne Pflegestufe für einen begrenzten Zeitraum als Übergangspflege genutzt werden, also etwa nach einem Unfall oder nach einer Erkrankung. imp