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Wirtschaftsstandort Rhein-Neckar

Heidelberg sucht die optimale Mischung - Gewerbe, Wohnen, Freiflächen

Archivartikel

Von Ralph Adameit

Was für eine Mammutaufgabe die Konversion für Heidelberg darstellt, lässt sich an einer Zahl festmachen: 180 Hektar umfassen die Flächen, die nach dem Abzug der US-Armee neu genutzt werden können - das Doppelte der Altstadt. Doch wie genau die Areale in Heidelberg in ein paar Jahren aussehen, ist heute schwer vorherzusagen. Klar dürfte sein, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Flächen als Gewerbegebiete ausgewiesen wird.

Die Planungen laufen in den Stadtverwaltungen und natürlich in der Mannheimer Zweigstelle der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) seit geraumer Zeit, doch einfach gestalten sich diese nicht, weil die Amerikaner noch immer nicht alle Standorte an den Bund zurückgegeben haben. "Zurzeit ist alles in der Schwebe", bestätigt Bastian Memmeler, der bei der BIma als Projektmanager für die Konversion im Rhein-Neckar-Raum zuständig ist. Bis Mitte nächsten Jahres sollen alle Liegenschaften wieder im Besitz der Bundesrepublik sein.

"Grundsätzlich ist für jede Fläche eine gewerbliche Nutzung denkbar", sagt ein Sprecher der Stadt Heidelberg. Aktuell sieht die Universitätsstadt in diesem Bereich bis zum Jahr 2025 einen Bedarf von 113 Hektar. Bislang kann Heidelberg nur etwa 40 Hektar zur Verfügung stellen - hier kommen die Konversionsflächen ins Spiel. Bereits jetzt gibt es nach Angaben des Sprechers rund 40 gewerbliche Interessenten.

Recht weit scheinen schon die Planspiele für einen Teil der Campbell Barracks im Mark Twain Village in der Heidelberger Südstadt gediehen zu sein. Hier steht eine Nutzung durch die Landespolizei auf einer Fläche von etwa 2,5 Hektar und der Weiternutzung von drei Gebäuden im Raum. Insgesamt stehen dort bald 150 Gebäude leer.

Größter "Brocken" ist das rund 100 Hektar große Patrick Henry Village. Genau wie im Mark Twain Village spricht hier vieles für eine Mischlösung aus Wohnen, Gewerbe und Freiflächen. Was die gewerbliche Nutzung betrifft, hat die Stadt klare Vorstellungen, so der Sprecher: "Es wird keine Ansammlung von Produktionsfirmen wie im Mannheimer Norden geben." Stattdessen setze Heidelberg auf "wissensintensive Dienstleistungen".

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