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Neue Opulenz und gewohnte Schlichtheit

Archivartikel

DEKORATION: Trends verlaufen in Wellen – und so sieht es nach Jahren der Schlichtheit nach einem neuen Trend zur Opulenz aus. Aber: Inzwischen gibt es nicht mehr nur den einen Trend, sondern viele parallel verlaufende.

Es wird wieder opulent. Nach Jahren der Schlichtheit bringen die Hersteller von Wohnaccessoires wieder etwas mehr Prunk in die Häuser. Das Motto lautet „mehr ist mehr“, erklärt Trend-Experte Philipp Ferger, Bereichsleiter der Konsumgütermesse Tendence in Frankfurt am Main. „Man sieht wieder verstärkt Messing bei den Dekorationen und Wohnaccessoires und auch Goldverzierungen.“

Die Messe Tendence – die jährliche Orderschau für Möbelhäuser, Haushaltswaren-, Dekorations- und Geschenkeläden – nahm bereits im Juli die anstehenden Saisons in den Blick, also Herbst und Winter 2018/19 sowie das Frühjahr 2019. Die Präsentationen der Händler verrieten: Neben Gold und Messing stehen auch opulente Stoffe im Fokus, die nicht nur gut aussehen, sondern sich vor allem besonders anfühlen, etwa Samt. Ferger interpretiert das steigende Interesse an Haptik mit dem Kontrast zum Alltagsleben in einem zunehmend digitaler gesteuerten Umfeld.

Daneben wird aber weiterhin die seit Jahren gefragte schlichte Natürlichkeit beliebt bleiben. Gerade helles Holz und Stein seien derzeit in Mode, etwa Vasen und Kerzenständer aus Gestein. Und wieder im Kommen: Terrazzo. Das ist eine Mischung aus Zement und verschieden getönten Steinchen.

Aber Trendexperte Ferger betont auch: „Was der Endverbraucher im Herbst und Winter 2018 sowie im Frühjahr 2019 in den Läden sehen wird, ist, dass es nicht mehr nur einen Trend gibt. Wir bemerken, dass sich verschiedene gegenläufige Trends parallel zueinander entwickeln.“ Opulentes und schlichtes Natürliches sind gleichermaßen Trends – und kommen durchaus auch im gleichen Raum vor. „Man kann als Endverbraucher auf einen Trend aufspringen oder man sucht sich jeweils die Stücke aus, die einem gefallen, und bringt alles zusammen“, erklärt Ferger.

Auch schon auf das folgende Frühjahr hat die Messe einen Blick geworfen – und hier wird es aller Voraussicht nach nicht allzu große Veränderungen zum diesjährigen Sommer geben. Im Trend bleiben Dschungelmotive mit kühlen Grün- und Blautönen und Dekorationen mit Tieren, etwa Lamas, Giraffen, Tukane und das Faultier. Letzteres ist sogar Fergers Tipp: „Das Faultier passt gut in unsere Zeit – natürlich nicht, weil wir etwa faul sind. Sondern es ist ein cooles, lässiges Tier.“ dpa