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Recht auf professionelle Hilfe

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Venenschwäche: Hausärztliche Krankenpflege sieht Unterstützung für Betroffene vor

Schwere, geschwollene Beine gehören zu den häufigsten Beschwerden von älteren Menschen. Ursache sind Veränderungen am Venensystem. Zwar können sich Besenreiser oder Krampfadern bereits in jüngeren Jahren zeigen, doch mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Betroffenen zu. Etwa jeder zweite Deutsche leidet an typischen Problemen, bei den über 70-Jährigen sind es laut der Deutschen Venen-Liga bereits 74 Prozent.

Frühzeitig Hilfe suchen

Experten raten dazu, sich frühzeitig von einem Spezialisten untersuchen und über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufklären zu lassen. Denn schlimmstenfalls kann es sonst zu einer Venenentzündung, Thrombose oder einem „offenen Bein“ kommen. Konsequente Pflege und Therapietreue sind daher besonders wichtig. Das Herzstück jeder Venenbehandlung ist die Kompression. Der gleichmäßige Druck hochwertiger Kompressionsstrümpfe verengt den Durchmesser der erweiterten Venen, und der venöse Rücktransport des Blutes zum Herzen wird angeregt.

Gerade ältere Patienten jedoch haben oft Schwierigkeiten mit dem korrekten Anziehen der festen Strümpfe und tragen sie aus diesem Grund nicht so gewissenhaft wie erforderlich.

Was viele Betroffene nicht wissen: Das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ist künftig bereits ab Kompressionsklasse I eine verordnungsfähige Leistung in der häuslichen Krankenpflege, wie der Gemeinsame Bundesausschuss mitteilt. Die Hilfe kann selbst dann in Anspruch genommen werden, wenn darüber hinaus kein Bedarf an Grundpflege besteht.

Aktiv bleiben, den Venen zuliebe

Nicht selten kann allerdings schon die Verwendung von Anziehhilfen – wie spezielle Handschuhe oder Fußgleiter –die ganze Sache erleichtern. Ansonsten ist es wichtig, dass Patienten aktiv etwas für ihre Venengesundheit tun.

So sollten sie möglichst oft die Beine hochlegen und kalt abduschen, etwaiges Übergewicht reduzieren, Venengymnastik betreiben und sich überhaupt regelmäßig bewegen. Langes Stehen und heiße Wannenbäder gilt es dagegen zu vermeiden, da dies die Gefäße zusätzlich weitet und strapaziert. djd