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Amtsgericht bestätigt mit Schutzschirmhauptverfahren den Sanierungskurs von Schuhhaus Dielmann und Sport Hübner

Archivartikel

Darmstadt.Das Amtsgericht Darmstadt hat am Dienstag (1.9.) plangemäß das Schutzschirmhauptverfahren der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG sowie der Sporthaus Robert Hübner GmbH eröffnet und jeweils die Eigenverwaltung angeordnet. Mit den vorliegenden Beschlüssen bestätigt das Gericht den eingeschlagenen Sanierungskurs der Unternehmensgruppe. Die Geschäftsführer sind damit unverändert weisungs- und handlungsbefugt.

Um die beiden Unternehmen gut durch die gegenwärtige Krise zu führen und sie zukunftsfähig aufzustellen, hatte das Restrukturierungsteam bereits zu Verfahrensbeginn einen geordneten Investorenprozess in Gang gesetzt. Ziel ist es, auf diese Weise einen oder mehrere Investoren zu finden, die in die Zukunft der Unternehmensgruppe investieren und diese fortführen. Dabei werden auch Teillösungen geprüft.

In diesem Zusammenhang werden gegenwärtig intensive Verhandlungen mit Kaufinteressenten geführt, deren Abschluss in den kommenden Wochen erwartet wird. Konkrete Aussagen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden, heißt es in einer Mitteilung des Kommunikationsberaters Thomas Feldmann. Fest stehe aber bereits jetzt, dass vor allem bei der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG unprofitable Standorte unter den gegebenen Umständen nicht auf einen Käufer übertragen werden können und mit großer Wahrscheinlichkeit geschlossen werden müssen. In welchem Umfang, hänge dabei von den Ergebnissen der Investorengespräche ab.

Unabhängig davon stünden Kunden und Geschäftspartner trotz dieser schwierigen Zeiten weiterhin zum Unternehmen. Der Geschäftsbetrieb laufe in allen Filialen unter der Berücksichtigung der Corona-bedingten Sicherheitsvorkehrungen weiter. Die Läger seien gefüllt, die Ware für die Saison Frühjahr/Sommer 2021 sei bereits geordert.

Mit Verfahrenseröffnung hat das zuständige Amtsgericht Rechtsanwalt Steffen Rauschenbusch zum Sachwalter der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG bestellt. Rechtsanwalt Markus Ernestus nimmt diese Rolle bei der Sporthaus Robert Hübner GmbH wahr. Beide begleiteten die Unternehmen bereits als vorläufige Sachwalter. Ihre Aufgabe ist es weiterhin, die jeweiligen Geschäftsführungen zu überwachen und die Interessen der Gläubiger zu wahren.

Im Zuge der bundesweit für mehrere Wochen angeordneten Kontaktbeschränkungen und flächendeckenden Schließungen von Filialgeschäften im Frühjahr 2020 war der Umsatz der Unternehmensgruppe komplett weggebrochen. Die in der direkten Folge von der Geschäftsführung implementierten Maßnahmen hatten zwar kurzfristig Wirkung gezeigt. Da ein Kreditantrag für eine erforderliche Überbrückungsfinanzierung unerwartet abgelehnt worden war, hatte die Unternehmensgruppe im Juni 2020 für diese beiden Gesellschaften ein Schutzschirmverfahren gestartet.

Um der Komplexität und der besonderen Herausforderungen des Schutzschirmverfahrens gerecht zu werden, werden die Unternehmen seitdem von ausgewiesenen Restrukturierungsexperten geleitet. Die Geschäftsführung der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG liegt in den Händen von Michael Specht (CRO) und Rechtsanwalt Dr. Georg Bernsau von der Kanzlei K&L Gates (CIO). Bei der Sporthaus Robert Hübner GmbH besteht die Geschäftsführung aus Rechtsanwalt Steffen Schneider von der Kanzlei BBL Brockdorff (CIO) sowie Dr. Kristian Schneider (CRO). Anwaltliche Unterstützung erhalten die Geschäftsführungen von Rechtsanwältin Nadja Raiß (K&L Gates) und Rechtsanwalt Dr. Georg Hüllen.

Zur Dielmann-Gruppe mit ihren 890 Mitarbeitern, 48 Filialen und einem Eigenmarken-Onlineshop gehören die Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG ("Dielmann") und die Sporthaus Robert Hübner GmbH („Sport Hübner“).