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Landgericht Mannheim

Dorint-Prozess: „Es war kein heftiger Schlag“

Mannheim.Im Prozess um den sogenannten Dorint-Fall hat am Morgen der Angeklagte Stellung zu den Vorwürfen genommen und die Tat in Teilen eingeräumt. Der 30-Jährige soll laut Anklage im Juni 2015 auf dem Gehweg vor dem Dorint-Hotel in der Mannheimer Innenstadt  einem 68-Jährigen mit der rechten Faust einen Schlag in die linke Gesichtshälfte verpasst haben. Zuvor sollen die beiden zusammengestoßen sein, wobei das Handy des 30-Jährigen zu Boden fiel. Der 68-Jährige stürzte nach dem Schlag und fiel mit dem Kopf auf den Asphalt. Dabei erlitt er schwere Kopfverletzungen, in deren Folge er wenige Wochen später starb. 

Der Angeklagte gibt vor Gericht zu, den 68-Jährigen geschlagen zu haben. Es habe vorher ein Gerangel mit einem Mann in einer Menschenmenge gegeben, dabei sei ihm sein Handy aus der Hand gefallen. Als er es wieder aufheben wollte, sei das spätere Opfer auf ihn zugekommen. „Ich wollte nicht, dass er mir zu nahe kommt, deshalb habe ich zugeschlagen“, sagte der Angeklagte. Allerdings habe er seinem Gegenüber lediglich eine „Backpfeife“ verpasst. „Es war kein heftiger Schlag“, betont der 30-Jährige vor Gericht. Er habe dem Mann nach dem Sturz noch helfen wollen, „doch dann habe ich die Menschenmenge vor dem Hotel auf mich zukommen sehen“. Deshalb sei er davon gerannt. Der Vorfall habe ihn noch tagelang gedanklich beschäftigt. Im Laufe des heutigen Prozesstages sollen noch mehrere Zeugen des Vorfalls sowie eine Rechtsmedizinerin aussagen. Das Urteil ist für 29. April geplant.

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