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Drittes Geschlecht im Südwesten - nur wenige haben sich umgemeldet

Stuttgart.In den einwohnerreichsten Städten in Baden-Württemberg haben bisher nur wenige das dritte Geschlecht eintragen lassen. In Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg hat jeweils ein Mensch das vorherige zum dritten Geschlecht geändert. In Heidelberg sind zwei Menschen mit der Option divers gemeldet. Seit Januar 2019 können intersexuelle Menschen neben männlich und weiblich im Geburtenregister auch die Option divers nutzen.

Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität gibt es Situationen, in denen das dritte Geschlecht teils negativ angesehen wird. "Viele nehmen deshalb den Personenstand Frau oder Mann, auch wenn es nicht dem eigenen Empfinden entspricht", sagte Sprecherin Asta Dittes. Sie schätzt die Anzahl der Intersexuellen in Deutschland auf 100 000 bis 200 000 Menschen. "Die Zahlen sind in den Medien oft zu gering angesetzt", sagte Dittes.

Sie erklärt die wenigen Divers-Einträge auch mit vielen Unklarheiten, die im Alltag auftreten. Etwa machten manche Versicherungen Probleme und zahlen laut Dittes Leistungen nicht - oder wichtige Formulare seien nicht mit der dritten Option ausgestattet. Bei der Stadt müssen Menschen für die diverse Option Meldebescheinigung, einen Ausweis und die Bestätigung eines Arztes einreichen.