Startseite Fallback für unzugeordnet und Altdaten bzw Archiv

Weinheim Auf der Mannheimer Straße rollt es wieder flüssig, nachdem die Stadt die Grünphasen verlängert hat / Leser schildern dafür Probleme auf der Westtangente

„30 Minuten vom Tunnel zum Ebert“

Archivartikel

Auf der Mannheimer Straße läuft es wieder recht gut. Einige Tage herrschte hier Verkehrschaos, nachdem die Behelfsampeln für die Großbaustelle, die am 8. Oktober startet, an der Postkreuzung eingerichtet wurden. Am Dienstagnachmittag hat die Stadt dann nachgebessert, einen Fehler behoben und unter anderem die Grünphasen verlängert (wir haben berichtet). Mit Erfolg: Mittwoch und Donnerstag hat sich die Lage dort merklich entspannt. Selbst das Abbiegen von der West- auf die Mannheimer Straße läuft deutlich flüssiger.

Ganz anders sieht es auf der Westtangente aus. Petra J. aus Fürth pendelt täglich durch den Tunnel nach Heddesheim. Sie berichtet: „Die Strecke ist immer schwierig, aber seit die Umleitung in Richtung Mannheimer Straße über die Westtangente ausgeschildert ist, herrscht hier morgens absolutes Chaos.“ 30 Minuten brauche sie mitunter von der hessischen Seite des Tunnels bis zur Höhe Autohaus Ebert. Eine Strecke, die bei flüssigem Verkehr normalerweise in fünf Minuten zu bewältigen sei. Vor allem das Staustehen im Tunnel macht ihr zu schaffen. Im abendlichen Berufsverkehr sieht es nicht anders aus: „Hier staut es sich schon am Kibek.“

Die Stadt Weinheim sieht allerdings keinen Zusammenhang zwischen der Baustelle in der Mannheimer Straße und dem Stau auf der Westtangente. Pressesprecher Roland Kern sagt: „Das Problem gibt es jeden Morgen. Auch ohne Baustelle.“

Umwege für Radfahrer

Beschwerden kommen aber auch von anderen Verkehrsteilnehmern – Radfahrern. Von der Weststadt aus in Richtung Innenstadt gibt es durch die Baustelle quasi keinen durchgehenden Radweg mehr. Claudia Sch. hat sich an die Redaktion gewandt und ihre Eindrücke geschildert. Der Radweg zwischen Klausingstraße und Suezkanal ist nicht mehr befahrbar. Sie hat zwei Umwege ausprobiert, einmal durch den Suezkanal auf die B 3 und von dort links weiter in Richtung Innenstadt – geht nicht.

Die Variante über Suezkanalweg, Saarbrücker Straße und Carl-Benz-Straße klappt auch nicht, denn auf der Eisenbahnbrücke geht es wieder nicht weiter. Letzteres ist übrigens auch ein Problem für Fußgänger, weil das Schild mit dem Hinweis, dass Fußgänger die Straßenseite wechseln müssen, erst kurz vor dem gesperrten Gehweg aufgestellt ist. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Fußgänger auch erst dort die Mannheimer Straße überqueren, ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen.

Hier hatten zwei Leser aber einen konkreten Lösungsvorschlag: nämlich das Schild einfach schon früher zu platzieren. Und genau das wird jetzt geschehen. Kern bestätigt, dass es in Kürze aufgestellt wird. Nicht nur Fußgänger werden dann aufgefordert, bereits in Höhe des Hallenbades die Mannheimer Straße zu überqueren, sondern auch Radfahrer, was wiederum auch das Radweg-Problem lösen sollte. Dass Radfahrer dann quasi auf der falschen Seite der Brücke den Radweg nutzen, hält Kern für unproblematisch. „Wenn wir das empfehlen, ist das zulässig.“

Die RNV hat auf ihrer Webseite übrigens ebenfalls eine Umleitungsempfehlung für Radfahrer veröffentlicht. Demnach sollen Radler von der Mannheimer Straße über den Suezkanal fahren, die B 3 überqueren und weiter über die Molkestraße in Richtung Stadt fahren. Ein gewaltiger Umweg. „Das macht doch kein Mensch“, sagt Kern pragmatisch.

Ein großes Problem schildert Christel L.: „Seit der Einrichtung der Baustellenampel haben Sehbehinderte ein Problem. Da die Ampeln kein akustisches Signal haben, ist die Überquerung der Straße für sie unmöglich geworden.“ Auch hier kann Kern aber Entwarnung geben: „Die akustischen Signale für Sehbehinderte an den Ampeln werden nachgebessert.“ shy