Startseite Fallback für unzugeordnet und Altdaten bzw Archiv

Überflieger diesmal nicht in Sicht

Kreisliga B 4 Hohenlohe: TSV Hohebach, SV Wachbach II und FC Billingsbach erhalten viele Vorschusslorbeeren

Der SV Edelfingen wurde in der letzten Saison seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich wie ein Jahr zuvor die DJK Bieringen den Titel im ungefährdeten Alleingang. Ein „Überflieger“ ist, glaubt man den Experten aus den Vereinen, in der neuen Runde nicht in Sicht – gibt es nach zwei Jahren Langeweile nun endlich wieder einmal ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft?

Vizemeister SV Wachbach 2 und der Vorjahresdritte TSV Hohebach werden mit neun beziehungsweise acht Nennungen am höchsten gehandelt, dritter im Bunde ist der FC Billingsbach (5). Außer diesem Trio werden nur noch dem SV Harthausen (2) Chancen eingeräumt. Wie immer waren Mehrfachnennungen möglich.

Da die Meisterschaft aufgrund der schier erdrückenden Edelfinger Dominanz schon sehr früh entschieden war, sorgte wie im Jahr zuvor der Kampf um Platz zwei für ein interessantes Saisonfinale.

Große Überraschung

Während Hohebach, Harthausen und Billingsbach in der Rückrunde nachließen, zeigte der SV Wachbach II, der in der Halbzeittabelle noch Fünfter war, konstante Leistungen und entschied das Rennen verdient für sich. In der Relegation war dann allerdings nach der 1:4-Niederlage im Entscheidungsspiel gegen Nagelsberg Endstation. Die Nagelsberger bezwangen im Relegations-Endspiel auch den A 3-Vertreter SV Berlichingen/Jagsthausen, der damit in die Kreisliga B 4 abstieg – so glaubte man jedenfalls noch im Juni. Die große Überraschung gab es dann vor wenigen Wochen, als der SVB auf eigenen dringlichen und aus geographischen Gründen nachvollziehbaren Wunsch nicht der B 4, sondern der B 2 zugeordnet wurde. Somit umfasst die B 2 in der neuen Runde 16, die B 4 nur noch 13 Vereine – eine Entscheidung, für die meisten Vereinsvertreter in dieser Liga wenig Verständnis aufbringen können.

Schließlich waren Umgruppierungen bisher sinnvoller Weise mit dem Ziel vorgenommen worden, die Anzahl der Clubs in der einzelnen B-Staffeln möglichst ausgewogen zu halten.

Auf 13 Teams geschrumpft

Mit 15 (in den beiden Vorjahren 16) Teams war man in die letzte Runde gestartet. Drei verließen die Liga: Neben A3-Aufsteiger SV Edelfingen auch die SGM Westernhausen/Krautheim II, die dem Bezirk Hohenlohe und damit auch dem Württembergischen Fußballverband den Rücken kehrte und nun im badischen Fußballkreis Buchen spielt, sowie die SGM Taubertal/Röttingen II, die nach dem Abstieg der ersten Mannschaft aus der Bezirksliga nun wieder als Reserve in der A 3 angemeldet ist. Diesen drei Abgängen steht lediglich die Rückkehr eines alten Bekannten gegenüber: Das Gastspiel des TSV Althausen/Neunkirchen in der A 3 dauerte lediglich eine Spielrunde.

Das Trainerkarussell hat sich wieder kräftig gedreht: Sieben der 13 Vereine gehen mit einem neuen Coach in die Saison 18/19, dabei ist der TSV Laudenbach nicht mitgerechnet, bei dem Rafael Götz weitermacht, aber nun Heiko Striffler den Part seines bisherigen Partners Thomas Link übernimmt.

Welche Erwartungen haben die Vereine selbst für die neue Runde? Lediglich der TSV Hohebach bekennt sich klar zum Ziel Aufstieg, die A 3 im Visier haben aber wohl auch der SV Harthausen, der Platz eins bis drei als Ziel ausgibt, sowie der SV Wachbach II und der FC Billingsbach, die nach eigenem Bekunden vorne dabei sein wollen. Der TSV Hohebach war in der abgelaufenen Saison lange ein aussichtsreicher Anwärter auf Platz zwei, ehe dann der SV Wachbach II den längeren Atem hatte.

Am Ende fehlten den Hohebachern sechs Punkte. Vereinfacht ausgedrückt: Es hätte schon zur Vizemeisterschaft gereicht, wenn der TSV dem Drittletzten Westernhausen/Krautheim II und Schlusslicht Markelsheim/Elpersheim II nicht ihre einzigen Auswärtssiege ermöglicht hätte.

Potenzial und Ehrgeiz

Nach zwei Jahren haben Marcel Feuchtmüller und Christian Wahl ihre Zelte an der Jagst abgebrochen, Sebastiano („Sebbi“) Rizza nimmt nun den Platz des bisherigen Trainerduos ein. Im dritten Anlauf nach dem Abstieg will es der TSV Hohebach nun wissen und möchte unbedingt zurück in die A 3. Das Potential dazu dürfte vorhanden sein und der Ehrgeiz auch, konstantere Leistungen als in den letzten beiden Spielzeiten sind aber unabdingbar.

Einen Riesensprung nach vorne machte der SV Wachbach II. Mit 60 Punkten in der Endabrechnung wurde die Ausbeute (32) des Vorjahres, als die Liga noch 16 Teams hatte, praktisch verdoppelt. Kontinuierliche Leistungen des Rückrundenmeisters brachten dem Team von Spielertrainer Christoph Tremmel und seinen Co-Trainer Christian Dörner dann als Sahnehäubchen sogar die Relegationsteilnahme.

Trotz des Scheiterns im Entscheidungsspiel gegen die sehr starken Nagelsberger war man im Lager des SVW zurecht stolz auf das Erreichte. Die letzten beiden Runden zeigten allerdings auch deutlich, wie abhängig eine zweite Mannschaft vom Saisonverlauf der ersten Mannschaft ist.

Das Bezirksligateam, im Spieljahr 16/17 nur knapp der Abstiegsrelegation entronnen, blieb im Gegensatz zum Vorjahr weitgehend von Verletzungen verschont, was sicherlich auch ein wesentlicher Faktor für das Erstarken der „Zweiten“ war. Wenn’s bei der „Ersten“ wieder so gut läuft, wird auch die zweite Mannschaft in der B 4 ganz vorne mitmischen, zumal der Kader durch vier Neuzugänge noch breiter geworden ist.