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„The Killing Of A Sacred Deer“: Starker Thriller

Steven (Colin Farrell) und Anna (Nicole Kidman) leben mit ihren beiden Kindern einen behüteten amerikanischen Traum. Steven arbeitet als Herzchirurg an einem großen Krankenhaus, Anna ist Augenärztin. Die 15-jährige Tochter Kim (Raffey Cassidy) singt im Chor, während der kleine Bob (Sunny Suljic) gute Fortschritte am Klavier macht. Es ist ein nahezu perfektes bürgerliches Idyll, das der griechische Regiestar Yórgos Lánthimos („The Lobster“) vorführt.

Wie eine antike Tragödie

Doch warum trifft sich Steven häufig heimlich mit dem 16-jährigen Martin (Barry Keoghan)? Bald wird der Junge aus einfachen Verhältnissen sogar der Familie vorgestellt – deren geschütztes Leben von nun an aus den Fugen gerät. Lánthimos ist mit „The Killing of a Sacred Deer“ einer der besten und beunruhigendsten Filme des Jahres 2017 gelungen. Eine Mischung aus griechischer Tragödie und Horrorfilm.

In „The Killing Of A Secret Deer“ muss man sich auf schwer zu erklärende Dinge einlassen, um einer beängstigend konsequent erzählten Geschichte zu folgen. Für die Qualität Lánthimos’ als Autor und Regisseur spricht jedoch, dass man sich als Zuschauer fast schon aktiv gegen den Sog des Wahnsinns wehren muss, um dem Film nicht mit ganzem Körper und Seele zu verfallen. Denn das würde bedeuten, den Horror der Familie um Colin Farrell und Nicole Kidman ungefiltert mitzuerleben. tsch