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SV Sandhausen Trotz der Auftaktniederlage in Fürth herrscht am Hardtwald Optimismus

Alternativen im Sturm

Sechs Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen und 47:4-Tore – das war die durchaus positive Bilanz des SV Sandhausen in der Vorbereitung auf die siebte Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Vorzeichen für einen ordentlichen Saisonstart bei der Sportvereinigung Greuther Fürth standen gut, doch dann folgte das böse Erwachen: 1:3 hieß es nach dem Schlusspfiff – und das, obwohl Sandhausen über weite Strecken der Partie ruhiger und souveräner auftrat. Doch am Ende stand die Truppe von Trainer Kenan Kocak ohne etwas Zählbares da. „Wenn man die Kompaktheit verliert, dann ist es gegen jede Mannschaft schwer“, versuchte sich Philipp Klingmann, der sehenswert zum zwischenzeitlichen 1:0 getroffen hatte, in Erklärungsansätzen.

Dennoch: Auf der gezeigten Leistung in Fürth lässt sich aufbauen. „Das Schöne ist doch, dass es in einer Woche schon wieder weitergeht“, will Torhüter Marcel Schuhen, der den Vorzug vor der Leverkusener Leihgabe Niklas Lomb bekam, das Spiel schnellstmöglich abhaken.

Hamburg lautet der nächste Gegner. Ein Kontrahent, der allein schon in finanzieller Hinsicht mehrere Stufen über dem SV Sandhausen steht. Aber schon die vergangene Saison hat gezeigt, dass die Leistungsdichte im Unterhaus sehr groß ist. Das haben die Hamburger am ersten Spieltag am eigenen Leib erfahren müssen. Da verloren die Nordlichter im Derby gegen Holstein Kiel mit 0:3. „Das wird ein ganz anderes Spiel“, ist sich Schuhen sicher, „Hamburg ist der Bundesliga-Dino, der abgestiegen ist und der HSV hat mehr Druck. Wir werden uns darauf vorbereiten und dann ist es letztendlich eines von 34 Spielen. Aber wir freuen uns darauf, den HSV bei uns begrüßen zu dürfen.“

„Wir. Echt. Anders.“

Dafür hat sich die Marketing-Abteilung der Schwarz-Weißen etwas Besonderes einfallen lassen, denn sie erklärt den HSV-Anhängern auf witzige Art und Weise in sechs Schritten den Weg vom Heidelberger Bahnhof zum „BWT-Stadion am Hardtwald“. „Wir haben uns überlegt, wie wir die Fans auf unsere Weise begrüßen könnten – selbstironisch, aber ohne jemanden zu veräppeln“, berichtet Dag Heydecker, seit April Marketing-Geschäftsführer. Der ehemalige Mainzer hat in der kurzen Zeit schon eine Menge bewegt. „Wir. Echt. Anders.“ – so lautet der Claim mit dem der SVS die Metropolregion erobern möchte.

Die Frauenherzen hat der isländische WM-Teilnehmer Rúrik Gíslason während des Turniers in Russland erobert. Er hat inzwischen mehr Follower auf Instagram als alle Zweitligavereine zusammen – 1,3 Millionen. Er verpasste einen Großteil der Vorbereitung – ähnlich wie Andrew Wooten, das Sorgenkind vom Hardtwald. Den US-Angreifer hat es nach einer schwierigen Vorsaison erneut erwischt. Ein Muskelfaserriss setzt ihn außer Gefecht, doch mit Fabian Schleusener und Kevin Behrens hat Kocak Alternativen im Sturmzentrum.

Insgesamt gab es wieder einen recht großen Umbruch beim SVS: 13 Abgängen stehen 12 Neue gegenüber. 29 Mann stehen aktuell im Aufgebot – ein recht praller Kader, der sich bis zur Schließung des Transferfensters noch ausdünnen könnte. „Wir hatten in der Vergangenheit immer das Problem, dass sich Spieler langwierige Verletzungen in der Vorbereitung zugezogen haben. Diesmal wurden wir davon verschont, deswegen warten wir jetzt mal den August noch ab und werden dann sehen, ob vielleicht sogar ein Spieler auf uns zukommt und sagt, er hat hier wenig Einsatzzeiten, er möchte sich umorientieren. Aber das hat noch Zeit“, erklärt Otmar Schork, Geschäftsführer Sport beim SVS.

Viel Zeit zur Integration bleibt nicht, denn Sandhausen hat große Ziele und möchte sich auch im siebten Jahr in der zweiten Liga weiter etablieren. „Die Mannschaft ist gut in Schuss und wir sind davon überzeugt, dass die Mechanismen immer besser greifen“, hofft Schork auf ein schnelles Erfolgserlebnis – am liebsten schon am Sonntag, 12. August, gegen Hamburg.