Startseite Fallback für unzugeordnet und Altdaten bzw Archiv

Im Test Jaguar steigt mit dem XF Sportbreak wieder in den Kombi-Markt ein / Coupéartige Anmutung

Anders als alltäglich

Archivartikel

Kronberg.Manche Menschen genießen es, anders zu sein. Sie kleiden sich besonders exklusiv – oder färben sich die Haare bunt. Wer einen Kombi sucht, die Luxus-Lasttiere BMW 5er und Mercedes E-Klasse aber zu alltäglich findet, der sollte sich einmal den neuen Jaguar XF Sportbreak näher anschauen.

Die Briten unter der Führung des indischen Tata-Konzerns wollten für die gehobene Mittelklasse eigentlich gar keinen schnöden Kombi anbieten. Das SUV F-Pace sollte den Bedarf an Zuladung über eine Heckklappe abdecken. Doch schleppende Verkäufe der XF-Limousine in Europa führten zu einem Umdenken. Zum Glück, denn herausgekommen ist einer der gelungensten Kombis auf den Straßen. Die Proportionen und Linien des Neuen sind sehr stimmig, sie verleihen ihm eine coupéartige Anmutung. Und dennoch: Auf stattlichen knapp fünf Metern bietet sich viel Raum für Fahrgäste und Gepäck.

Dass auch auf großer Reise keine Klagen zu hören sind, liegt an den hervorragenden Sitzen, die zwar im ersten Moment straff wirken, den Rücken aber toll abstützen. Der während der Fahrt sehr gut gedämmte Motor sowie nahezu nicht wahrnehmbare Windgeräusche erhöhen den Reisekomfort deutlich, während das Fahrwerk Bodenwellen glattbügelt, ohne zu weich zu sein. Dass beim Testwagen die Mittelkonsole trotz eines wertigen Verarbeitungseindrucks manchmal knarzt und das Navi keine Spracheingabe duldet, ist nur ein Härchen in der Suppe.

In Zeiten, in denen alle auf den Diesel schimpfen und nach sparsamen Benzinern oder Elektromodellen schreien, bietet Jaguar zwar beim XF keinen Stromer, dafür aber einen neu entwickelten Otto-Motor an. Ingenium heißt er und liefert 250 PS Leistung. Im neuen Jaguar-Land-Rover-Motorenwerk Wolverhampton wird das Aggregat – übrigens zusammen mit den Dieseln – produziert. Und so ein wenig rau wie ein Selbstzünder gibt er sich auch beim Anlassen – ein Schütteln beim Anspringen der Start-Stopp-Automatik inklusive. Doch dann spielt der Zweiliter alle seine Trümpfe aus. Er bewegt den XF leichtfüßig und ist sehr sparsam, wenn man den Gasfuß zügelt. Sieben Liter im Testbetrieb sind für einen Benziner seiner Klasse ein sehr guter Wert.

Armband ersetzt Schlüssel

Im Jaguar XF Sportbrake feiert ein neues Reinigungssystem für den Innenraum Premiere. Dazu wird Luft aus der Klimaanlage über einen Ionisator geleitet, der Keime und Gerüche reduzieren soll. Und tatsächlich herrscht auf den Fahrten keine dicke Luft – selbst im Tunnel nicht. Einen Gag bietet Jaguar mit dem wasserdichten und stoßfesten „Activity Key”. Das Kunststoffarmband ersetzt den Autoschlüssel, wenn es an den Strand oder zum Wandern geht. Dass der Kauf eines Jaguars kein Schnäppchen wird, überrascht nicht. Dennoch liegen die 43 960 Euro Einstiegspreis für einen 163 PS-Turbodiesel deutlich unter dem, was die Konkurrenz abruft. Die Blicke der Passanten gibt es gratis dazu.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto