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Weinheim Italienisches Akrobatik-Ensemble gastiert mit seiner Show „Duum“ in der Stadthalle

Atemberaubend und poetisch

Staunend und manchmal atemlos erlebte das Publikum in der Stadthalle die hinreißende Verbindung von Akrobatik, Poesie und Musik des italienischen Körpertheater-und Akrobatik-Ensembles „Sonics“. Die außergewöhnliche Perfektion der sechs Artisten bei Luftakrobatik an Vertikalseilen und Ringen, die die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft zu setzen schienen, riss das Publikum zu ständigem Szenenbeifall hin, mit dem es den Interpreten ihr Verständnis für die schwierigen und doch so leicht erscheinenden athletischen Kunststücke signalisierte.

Außergewöhnlich war auch die Präzision der biegsamen Körper der Artistinnen, die sich beim Bodenturnen zu dekorativen Körper-Figuren verbanden. Die Ausbildung als Balletttänzer bewiesen die drei Paare darüber hinaus in verschiedenen Tanzszenen.

Zur Verzauberung trugen raffinierte Lichtshows bei, wenn Tänzerinnen sich mit übergroßen, beleuchteten Flügeln zu Ornamenten zusammenfanden oder gelb fluoreszierende Sicheln wie züngelnde Flammen über die Bühne schwebten. Begleitet wurden die Darbietungen von einer stimulierenden Filmmusik, farbenreichen Lichtwechseln und Fotoprojektionen, die den Zuschauer sensibel machten für die Erzählung von einem sagenumwobenen Ort namens Agharta im Erdinnern, deren Bewohner zusammen mit ihrem koboldartigen Architekten Serafino auf die Suche nach der richtigen Schwingung sind, um damit auf die Erdoberfläche zu gelangen.

Perfekte Übereinstimmung

Sie finden sie endlich nach vielen Versuchen, weil sie sich zu einer gemeinsamen schwingenden Figur von biegsamen, schwebenden Leibern vereinen, während auf der Bühnenwand langsam die Sonne aufgeht und der Blick auf eine schöne Erdenlandschaft fällt. Der Gedanke dahinter ist die Überzeugung des „gemeinsam sind wir stark“.

Bei dieser Erzählung bediente sich das Ensemble des weltweiten Glaubens an eine Unterwelt und schöpfte damit aus einem alten und reichen, mythologischen Ideen- und Bildschatz. Ihre Show nennen sie „Duum“, weil das Wort lautmalerisch das Geräusch eines Sprungs darstellen soll.

Ihre perfekte Übereinstimmung unter der künstlerischen Leitung von Alessandro Pietrolini, der Choreografin und Kostümbildnerin Ileana Prudente und dem Co-Regisseur Antonio Villella (hier in der Rolle als Serafino) erlangt das Ensemble, weil die Performance in einer Gemeinschaftsarbeit in ihren beiden sogenannten „Flug-Werkstätten“ in der Nähe von Turin entsteht. Dort trainieren, proben, nähen, bauen die Sonics-Mitglieder jeden Tag, um Geschichten zu spektakulären Luftakrobatik-Shows werden zu lassen. Ihnen zur Seite steht dort auch der Komponist Sergio Mari, der die Körperbewegungen der Akrobaten in musikalische Emotionen umsetzt. Der Schlussapplaus wollte nicht enden und inspirierte das Ensemble, zu dem das Team auch den Techniker Maico Trezzi auf die Bühne holte, schließlich dazu, seinerseits dem Publikum mit Beifall zu danken. ur