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Viernheim Katholische Pfarrgemeinde verabschiedet Kaplan Christian Kaschub

„Christen sollen nicht unsichtbar werden“

Archivartikel

„Als ich vor 23 Monaten hier in dieser Gemeinde in Viernheim angefangen habe, da blickte ich noch in viele unbekannte Gesichter. Heute ist das ganz anders, heute sind es bekannte Gesichter, Gesichter von Freunden, die ich kennen- und schätzen gelernt habe“, blickt Kaplan Christian Kaschub in die Sitzreihen Marienkirche in der Mannheimer Straße.

Die engagierte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Scheidel kann bestätigen, dass der Kontakt zwischen der Gemeinde und dem Kaplan bestens funktioniert hat: „Die ganze Pfarrei kennt ihre Lieblingsspeise“, weiß sie, dass der Kaplan oft eingeladen war – und sich meistens sein Lieblingsessen gewünscht hat. Die Erinnerung an Schnitzel und Pommes Frites wird er mitnehmen, wenn er in wenigen Wochen Viernheim verlässt und seine Ausbildung in Friedberg im Taunus fortsetzt.

Das letzte Wochenende vor den hessischen Sommerferien nutzt die Gemeinde Johannes XXIII. für die offizielle Verabschiedung von Kaplan Christian Kaschub. So sind viele Messdiener, ehemalige Firmlinge und die Jugendlichen der Pfarrei dabei, als die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Scheidel sich beim Kaplan vor allem für seine Tätigkeit für die Jugend bedankt. „Zuletzt haben Sie sich für neue Räume für die Jugend eingesetzt“, erinnert Ursula Scheidel. In zwei Jahren mit vielen Terminen und Veranstaltungen habe Kaplan Kaschub Viernheims Straßen oft zu Fuß erkundet – und jetzt müsse er die vertrauten Wege verlassen und geht den neuen Weg nach Friedberg.

Neue Stola als Geschenk

Dafür gibt es von der Gemeinde zwei Abschiedsgeschenke: eine neue Stola für den nächsten Dienst – und einen Gutschein für neue Schuhe. Der Kaplan hat auch etwas mitgebracht, eine Orchidee, die am Ostersonntag noch kahl war.

Inzwischen blüht sie und treibt weitere Knospen. „So wie diese Blume habe ich mich in den zwei Jahren hier in Viernheim als Priester, aber auch als Mensch, weiterentwickeln können“, bedankt sich Kaschub und wünscht der Pfarrei Johannes XXIII., dass sie weiter „eine so blühende Gemeinde bleibt“.

In der Predigt hat er zuvor an die Menschen in der Gemeinde appelliert, weiterhin gute Christen und damit ein Vorbild zu sein. Sein Kindheitsvorbild Pumuckl sei eigentlich unsichtbar, bis er klebenbleibt und sichtbar wird.„Bei Christen ist es genau umgekehrt, wenn wir am aktuellen Zeitgeist haften bleiben, laufen wir Gefahr, als Christen unsichtbar zu werden“, meint Kaschub. Jesus sei nicht klebengeblieben, sondern seinen Weg weiter gegangen. Und solche Vorbilder brauche es heute auch wieder – aber wen?

Zerstrittene Politiker oder umstrittene Fußballnationalspieler oder auch die Institution Kirche seien keine guten Vorbilder, wohl aber jedes einzelne Gemeindemitglied. „Ich persönlich konnte mich an Ihnen orientieren, etwas lernen, etwas mitnehmen, aber auch etwas geben“, wünscht sich Kaschub, dass Christen nie unsichtbar in der Gesellschaft werden.

Nach dem Gottesdienst haben die Gemeindemitglieder die Gelegenheit, sich persönlich und mit guten Wünschen zu verabschieden und das eine oder andere Geschenk an den Kaplan zu überreichen, bei einem gemütlichen Umtrunk und Imbiss vor der Marienkirche.