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Im Test Alfa Romeo steigt in den Markt der soften Geländewagen ein / Sportliche Fahrleistungen

Der Stelvio will hoch hinaus

Archivartikel

Frankfurt.Über Geschmack lässt sich bekanntlich wunderbar streiten. Doch in einem Punkt sind sich fast alle Autoliebhaber einig: Alfa Romeo baut schöne Autos. Und auf dieser Grundlage wäre es eine Überraschung gewesen, wenn mit dem ersten SUV der Marke ein hässliches Entlein herangerollt wäre. Das Alfa-Gesicht trägt der neue Stelvio selbstbewusst – ob das zu Recht geschieht, soll ein Test zeigen.

Schon mit dem Namen will Alfa Romeo hoch hinaus: Stelvio heißt der höchste asphaltierte Pass in den italienischen Alpen, der zweithöchsten in ganz Europa – auf Deutsch: das Stilfser Joch. Die „Strada Statale 38 dello Stelvio“ bietet auf packenden 20 Kilometern rund 75 Kehren, atemberaubende Ausblicke und stellenweise mehr als sieben Prozent Steigung bis hinauf zur Passhöhe auf 2758 Meter. Hier setzt der Hersteller an und trimmt den soften Geländewagen auf Sportmobil.

Und so kommt der Stelvio als Kraftpaket mit kompakten Ausmaßen daher, das BMW X3 und Porsche Macan das Leben schwermachen will. Den Testwagen ziert die Ausstattungsvariante „First Edition“, bei der im Prinzip einmal die Aufpreisliste angekreuzt ist. Das Paket koppelt sich an das aktuelle Topmodell mit 280-PS-Benziner. Somit sieht der Stelvio nicht nur sportlich aus, er will auch zeigen, was in ihm steckt.

Der Zweiliter beeindruckt mit einer direkten Gasannahme und sehr ordentlichen Beschleunigungswerten. Das verwundert bei den schieren PS-Zahlen natürlich nicht. Was allerdings verwundert ist der Verbrauch. Bei einem etwas angehobenen Reisetempo auf der Autobahn, das weit von Raserei entfernt ist, genehmigt sich der Vierzylinder sagenhafte 17 Liter Benzin. Über den ganzen Testverlauf hinweg kommen 13 Liter zusammen.

Da ist so mancher V8 genügsamer. Und es bestätigt, dass in gewissen Fahrzeugklassen am guten alten Diesel fast kein Weg vorbeiführt. Neben einem 200-PS-Benziner beginnt der Einstieg in den Stelvio (39 800 Euro) mit einem 150-PS-Selbstzünder, der um eine 180-PS- sowie eine 210-PS-Variante ergänzt wird.

Angenehmer Reisekomfort

Allen gemein ist das sehr gut abgestimmte Fahrwerk, das eine schöne Balance zwischen knackiger Sportlichkeit und angenehmem Reisekomfort schafft. Hier stimmt das von der Außenhaut versprochene Bild. Die 75 Kehren auf das Stilfser Joch machen mit dem Stelvio genauso viel Spaß wie das Cruisen über die Landstraße. Im Innenraum geht es klar und schnörkellos zu. Die geschwungene Armaturentafel – wie schon bei der Ur-Giulia über Tacho und Drehzahlmesser gewölbt – und alle Bedienelemente geben dem Cockpit die Anmutung eines maßgeschneiderten Anzugs.

Das lässt sich auch über die Verarbeitungsqualität sagen. Die Materialien fühlen sich gut an, die Spaltmaße passen. Hinzu kommt ein ordentlicher Kofferraum. Der Stelvio ist berechtigt selbstbewusst – er sollte sich nur das Trinken abgewöhnen.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto