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Die Bedrohung ist überall

„The Commuter“: Liam Neeson in einem beklemmenden Actionthriller

Welche Art von Mensch er sei, will eine geheimnisvolle Frau von Michael MacCauley (Liam Neeson) wissen. Die Frage kommt für den Mann zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Er hat gerade seinen Job verloren und weiß nicht, wie es mit seinem beschaulichen Vorstadtleben weitergehen soll. Immerhin gibt ihm die mysteriöse Fremde etwas Zeit, darüber nachzudenken: so lange, bis sein Pendlerzug den Zielbahnhof erreicht. Für die richtige Antwort gäbe es einen Koffer voll Geld. Für die falsche würden seine Frau und sein Sohn sterben.

Immer noch ein Actionstar

Weil Michael von Liam Neeson gespielt wird, und weil „The Commuter“ (2017) ein Film von Jaume Collet-Serra ist, kann man sicher sein, dass es auf der Suche nach der Antwort ziemlich zur Sache geht. Immerhin 625.000 Zuschauer wollten hierzulande sehen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und seinem Hauptdarsteller in ihrem vierten gemeinsamen Film funktionierte. Die Zugfahrt mit Liam Neeson ist ziemlich turbulent: Gut, dass der mittlerweile 65-Jährige auch im gesetzten Alter noch als Actionstar durchgeht. Er spielt einen Mann, der seit zehn Jahren in sein New Yorker Großraumbüro pendelt, immer mit dem gleichen Zug.

Vor seiner Zeit als Versicherungsmakler war Michael MacCauley allerdings Polizist, ein ziemlich guter sogar. Das hilft ihm auf diesem wahnwitzigen Trip. Denn Michael soll, so trägt es ihm die schöne Fremde (Vera Farmiga) auf, eine Person finden, die nicht in den Zug gehört. Schafft er das, kann er in Dollarscheinen baden. Schafft er es nicht, gibt’s ein Blutbad zu Hause. Ohne zu wissen, für wen er arbeitet und welches Geheimnis den rätselhaften Passagier umgibt, macht sich Michael notgedrungen an die Ermittlungsarbeit.

Es ist eine faszinierende Versuchsanordnung, die sich Byron Willinger und Philip de Blasi für ihren Drehbuch-Erstling ausgedacht haben. Sie spielen mit der Paranoia der Leute, sie verdichten die Handlungsräume, sie bauen immer neue Bedrohungsszenarien auf. Jeder ist verdächtig, jeder wird beobachtet. Nachdem die Neugier geweckt ist, fällt die Spannungskurve aber rasant ab. Man ahnt weit vor dem Ende, dass die ganze Sache kein gutes Ende nehmen wird – und weiß sogar welches. tsch