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Literatur Journalist berichtet in „Post von Karlheinz“ von Hass

E-Mails strotzen vor Anfeindungen

Hasnain Kazim bekommt viel Post. Oft ist das keine schöne Post. Leser beschimpfen den „Spiegel“-Korrespondenten als „Islamisten“, „Muselmacho“ oder „Schmarotzer“, der aus Deutschland verschwinden soll. Einige fühlen sich durch Kazims Artikel provoziert. Doch den meisten reichen schon sein fremd klingender Name, seine dunkle Haut und seine schwarzen Haare, um wüste Hasskommentare und Beleidigungen loszulassen. Viele ignoriert der Journalist, doch einigen „Wutbürgern“ gibt er öffentlich in den sozialen Medien Kontra.

Rassistische Schmähkritik

Eine Auswahl davon hat der deutsche Journalist indisch-pakistanischer Eltern, der unter anderem als Marineoffizier gearbeitet hat, jetzt in dem Buch „Post von Karlheinz“ zusammengefasst. Kazims Antworten auf die zum Teil unglaublich dumpfen Mails sind ironisch, geistreich, manchmal schreiend komisch, dann wieder belehrend. Natürlich stellt er die – anonymisierten – Schreiber bloß, doch diese haben es nicht anders verdient. Vor allem ist das Buch aber sehr traurig. Denn es zeugt von einem erschreckenden Ausmaß an Diskriminierung und Rassismus in unserem Land. Dass Kazim mit Geduld dagegen hält, dafür verdient er Respekt (Hasnain Kazim: „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte“, Penguin Verlag, München, 272 Seiten, 10 Euro). dpa