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Weinheim Die gemeinnützige Organisation Jugendmedien ist gemeinsam mit den Schulen in Weinheim und der Metropolregion ins neue Schuljahr gestartet

Ein Blick über die Bildschirmkante

Archivartikel

Die Weinheimer Jugendmedien sind gemeinsam mit den Schulen in Weinheim und der Metropolregion in das neue Schuljahr 2018/2019 gestartet. Medienbildung ist eines der aktuellen Kernthemen – bereits in den letzten beiden Jahren waren die Medienpädagogen der gemeinnützigen Organisation in Weinheim und in Teilen der Metropolregion Rhein-Neckar unterwegs, teilt Geschäftsführer Sven Holland mit.

Dabei geht es nicht nur um die Verwendung digitaler Medien, vielmehr blicken die Jugendlichen in Workshops hinter die Kulissen der sozialen Netzwerke und Apps, besprechen Fake-News, Hatespeech & Co. und werden sensibilisiert für einen bewussten Umgang mit den Inhalten, die sie über die Medien konsumieren.

Im vergangen Schuljahr wurden knapp 350 Unterrichtsstunden in Weinheim selbst und rund 100 Stunden über die Grenzen Weinheims hinaus umgesetzt, dabei kamen 1500 Schüler – alleine 650 in Weinheim – in den Genuss der Medienkompetenzförderung. Was zwei Jahre fast komplett ehrenamtlich von Initiator und Medienexperte Holland umgesetzt wurde, wird seit geraumer Zeit zu einem großen Teil durch die HoppFoundation gefördert. Die Stiftung für den Bildungsbereich in der Metropolregion Rhein-Neckar hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schüler früh an einen kompetenten Umgang mit Computern heranzuführen. Mehr als 100 Schulen wurden bereits mit Digitalen Medien ausgestattet. Die nachhaltige Verankerung der Inhalte ist den Verantwortlichen jedoch ebenso wichtig, weshalb die Förderung der Medienkompetenz durch Workshops auch zum Portfolio der Stiftung gehört. Die Weinheimer Jugendmedien führen diese in der gesamten Metropolregion durch.

Dass Medien in der Gesellschaft eine zentrale Rolle spielen, zeigen aktuelle Geschehnisse immer deutlicher. Ob Chemnitz, Özil-Affäre oder von Fake-News betroffene Wahlkämpfe – in allen Situationen ist es wichtig, auch einmal einen Schritt zurückzutreten und das große Ganze zu betrachten, der Filterblase der Sozialen Netzwerke zu entweichen und den Blick über den Tellerrand, besser gesagt die Handy- oder Bildschirmkante, zu werfen. Dazu gehört miteinander Diskutieren lernen, eben von Angesicht zu Angesicht und nicht über Kommentare auf Social Media. „Ein Prinzip, das gerade an Schulen vermittelt werden sollte“, ist sich Holland sicher. Daher wurden in den Ferien individuelle Medienpakete mit den Schulen geschnürt, um eine noch engere Kooperation mit den Jugendmedien möglich zu machen. Mit der schulischen Arbeit ist ein Grundstein gelegt.

In Workshops Inhalte erstellen

Das eigentliche Ziel der Weinheimer Jugendmedien ist die Bewusstseinsveränderungen der Jugendlichen über den schulischen Aspekt hinaus, hinein in den Alltag. So wurde im Frühjahr die Jugendmarke „YOUmatter – Im Netz. Überall.“ ins Leben gerufen, die über verschiedene Medienkanäle den Kontakt zu Jugendlichen aufbaut, sie in den Entstehungsprozess aber auch darüber hinaus mit einbezieht. So sollen junge Medienmacher in Workshops und im Praktikum die Inhalte selbst erstellen können und eine Stimme bekommen. Im ersten Schritt wurde eine App entwickelt, die Jugendlichen beim Weinheimer Ausbildungstag in der Stadthalle im Juni den Weg in die Berufswelt vereinfachte. Diese wird nun gemeinsam – auch in Zusammenarbeit mit dem Weinheimer Stadtjugendring, dem Jugendgemeinderat und weiteren Akteuren der Jugendarbeit – weiterentwickelt und zu verschiedenen Anlässen als interaktives Element integriert. Es folgen Aktionen innerhalb und außerhalb Schulen zu gesellschaftsrelevanten Themen.

Neben der Jugendarbeit werden die Pädagogen der Weinheimer Jugendmedien dieser Tage verstärkt auch in die Elternarbeit einsteigen und Eltern-Infoabende sowie spezielle Eltern-Seminare sowie Eltern-Kind-Workshops in den Schulen anbieten. „Es ist wichtig, Eltern ihre Verantwortung klar zu machen – Schule kann die Jugendlichen in diesem Themenfeld nur minimal unterstützen, die Hauptarbeit der Medienerziehung muss im Elternhaus stattfinden.“, erklärt Holland abschließend die Erweiterung des Angebots. wn