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Literatur Jacqueline Yallop widmet sich innerem Konflikt

Eine Frage der Moral

Es war und ist eine Frage der Einstellung: Ein Schwein, das man selbst aufgezogen hat, für den Verzehr schlachten? Vermutlich nicht jedermanns Sache. Die Engländerin Jacqueline Yallop fasst mit ihrem Ehemann Ed den Plan: Obst und Gemüse selbst anbauen, Hühner halten und Ferkel großziehen – alles für den Eigenbedarf. Die beiden ziehen nach Südfrankreich und setzen ihr Vorhaben in die Tat um. Bewusst verzichten sie darauf, ihren beiden Ferkeln einen Namen zu geben, um die Bindung nicht zu stark werden zu lassen.

Doch allein deren unterschiedliche Größe trägt den Viechern die Titel „Big Pig“ und „Little Pig“ ein. Und sie erobern die Herzen ihrer Zieh-Eltern. Und als die Zeit reif ist, aus dem großen und dem kleinen Schwein Schnitzel oder Leberwurst zu machen, gibt es bei den Yallops eine große innere Barrikade. Wie sie sich entscheiden, ist nachzulesen in dem erzählenden Sachbuch „Big Pig, Little Pig“ von Jacqueline Yallop. Darin geht es neben besagter Problematik auch um die Ethik der Tierhaltung und die Frage, ob man heute überhaupt noch Fleisch essen sollte (Jacqueline Yallop: „Big Pig, Little Pig“. Blanvalet Verlag, München. 352 Seiten, 16 Euro).