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Im Test Mercedes-Benz setzt bei der E-Klasse die Tradition der viersitzigen Cabriolets fort

Eine große Limousine – nur offen

Archivartikel

Stuttgart.Wenn schon morgens auf dem Weg zur Arbeit ein laues Lüftchen um die Nase weht, kann nur Weniges die Stimmung an diesem Tag trüben. Cabrio-Fahrer sind klar im Vorteil – zumindest, was die Laune in den wärmeren Jahreszeiten angeht. Ein eindeutiger Stimmungsheber ist auch das Cabriolet der Mercedes-Benz E-Klasse.

Die Reihe gibt es seit 25 Jahren. Damals wurde dem intern W124 genannten Benz-Coupé das Dach gekappt – und heraus kam ein formschöner offener Viersitzer, der gerade dabei ist, zu einem Klassiker heranzureifen. Auch preislich. Eine E-Klasse-Pause überbrückte der CLK. 2010 schließlich ging es dann weiter, allerdings stapelte das Modell etwas hoch, denn die Basis des Fahrzeuges stammte von der kleineren C-Klasse. Das merkten die Passagiere. Umso wohltuender ist es heute, dass im aktuellen Modell die Platzverhältnisse üppig ausfallen. Vor allem Hinterbänklern wird nicht mehr die Blutzufuhr in den Beinen gestoppt.

Auf den vorderen Plätzen ist das Cabrio eine typische E-Klasse. Alles sitzt da, wo es hin soll, die Wide-screen-Cockpit genannten gigantischen Doppelbildschirme (optional) sind ebenso aus den Viertürern bekannt wie die futuristischen Lüftungsdüsen aus dem E-Coupé. Mercedes sagt, ein Turbinentriebwerk habe die Inspiration geliefert.

Oft sind es kleine Gags, an denen man sieht, wie viel Gedanken sich Konstrukteure machen, um das Leben zu erleichtern – und wie manche Pfiffigkeit ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Die Gurtbringer sind da ja schon ein alter Hut, genauso wie die Nackenheizung „Airscarf“, die warme Luft um die Ohren bläst. Sonnenreflektierendes Leder verhindert bei der E-Klasse Brandblasen am Gesäß und das ausfahrbare Windschottsystem (hinter den Rücksitzen) ein lästiges Gefummel. So nett es ist, die Rückbank frei zu haben, so sehr leidet durch das „Aircap“ allerdings die schöne Linie des Fahrzeuges. Ach ja – noch zu erwähnen wäre das intelligente Wisch-Wasch-System für die Frontscheibe. Hier wird das Wasser nach unten gespritzt – und so eine ungewollte Dusche für die Cabrio-Fahrer verhindert. Diese will bei einem Basispreis für den E 200 von rund 54 000 Euro keiner.

Harmonische Luftfederung

Die markante Frontpartie mit dem tief positionierten Diamantgrill und die lange Motorhaube mit den „Powerdoms“ genannten zwei Auswölbungen machen sofort klar: Hier kommt etwas Dynamisches. Das ist das Testfahrzeug durchaus. Sonor-knurrig untermalt der V6 im E 400 das Ganze. Beim Rangieren klingt das Aggregat jedoch sehr nach schwachbrüstigem Vierzylinder. Und: Elf Liter Testverbrauch sind auch für 333 PS happig.

Die optionale Luftfederung harmoniert perfekt mit dem Mercedes. Im Sportmodus straff, agil und direkt, federt sie auf Wunsch auch extrem komfortabel. Mit dem leichten Wippen einer großen Limousine bügelt die E-Klasse Unebenheiten einfach platt – nur eben offen.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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