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Weinheim Erste Orchesterprobe für „My Fair Lady“ gibt einen ersten Eindruck von der Größe des Gemeinschaftsprojektes / Dirigent Jan-Paul Reinke lebt die Musik

Eliza trifft erstmals aufs Orchester

Archivartikel

Das Blumenmädchen Eliza hat im weltberühmten Musical „My Fair Lady“ so seine Probleme mit der Sprache. Eine Sprache, die hingegen jeder versteht, ist die Musik. Der Dirigent der Weinheimer „My Fair Lady“-Inszenierung, Jan-Paul Reinke, lebt sie und zieht schon in der ersten Orchesterprobe alle mit.

Es ist Freitagabend. Im Raum 3 der Musikschule Badische Bergstraße wird jeder Zentimeter Platz ausgenutzt. Eigentlich gut, dass einige der insgesamt 49 Musiker des Orchesters verhindert sind, sonst wäre es noch enger. In der hintersten Ecke steht Ulrike Klötzke-Demuth am Bass. Ein ungewohntes Bild, denn normalerweise bringt man die Flötenlehrerin mit einem weitaus kleineren Instrument in Verbindung.

Thorsten Gellings am Schlagzeug

Ein vertrautes Bild zeigt sich hingegen am Schlagzeug, wo Drummer-Lehrer Thorsten Gellings Platz genommen hat. Seine Kunst an Stöcken und Trommeln ist von großer Bedeutung für das Gesamtbild dieser Musik, denn das mit Hits gespickte, 1956 in New York uraufgeführte Musical, ist in seiner Musik so spritzig wie seine Dialoge. Ja sie befördert sogar den Gesang, treibt jetzt Katja Hoger zusätzlich an, obwohl sich die bekannte Darstellerin des Theater- und Filmvereins „Holzwurm“ ohnehin schon mächtig ins Zeug legt. Ihre ausdrucksvolle und kräftige Stimme schwingt sich temperamentvoll und mitreißend über das gut harmonierende Orchester.

Aber Reinke ist ein Perfektionist. Er entdeckt die kleinsten Unstimmigkeiten, fordert an einer Stelle mehr Tuba oder jagt die Geiger durch eine Passage mit Sechzehntelnoten. Sein Körper biegt sich, windet sich, und in der Spitze seines Dirigentenstabs steckt die ganze Energie. „Wir haben einen Glücksgriff mit ihm gemacht“, sagt Jürgen Osuchowski. Der Leiter der Musikschule verfolgt die erste Orchesterprobe dieses beispielhaften Projektes, das die Musikschule zusammen mit „Holzwurm“, der Kulturgemeinde Weinheim, dem MGV Sängerbund 1873 Großsachsen stemmt. Auch der Griechisch-Deutsche Freundeskreis „Philia“ wirkt mit.

Für „Holzwurm“ ist es das größte Projekt seiner Vereinsgeschichte. Joachim Goedelmann, der Regie führt und die Gesamtleitung innehat, träumt schon lange von der Realisierung dieses Meisterwerks der Musical-Szene. Dafür geht „Holzwurm“ sogar an sein Erspartes und schießt 18 000 Euro in das Projekt. Auch die Musikschule ist mit 10 000 Euro dabei. Insgesamt freut man sich aber über jeden weiteren Spender. Goedelmann kalkuliert mit Gesamtkosten von bis zu 50 000 Euro. „Das ist wenig für solch ein Projekt und kann nur gehalten werden, weil viele unentgeltlich und aus reinem Idealismus mitmachen.

Termine der Aufführung

Ende April stehen drei Probetage hintereinander auf dem Programm. In der Stadthalle wird das Musical dann am Freitag, den 8. Juni, und Samstag, den 9. Juni, jeweils um 19.30 Uhr sowie am 10. Juni um 18.30 Uhr aufgeführt; mit einem 49 Musiker starken Orchester, mit einem 50 Sänger starken Chor, zwölf Tänzerinnen und Darstellern wie Andy Ardelean, Wolfgang Piorkowski oder Holger Mattenklott (Professor Higgins), der mit Katja Hoger als Eliza für enorme Bühnenpräsenz garantiert.

Der Vorverkauf für die Aufführungen läuft. Karten gibt es im Kartenshop der DiesbachMedien, Friedrichstraße 24, Weinheim, Telefon: 06201/81345 und bei der Kulturgemeinde Weinheim. dra