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Sachbuch

„Es hätte anders kommen können“

Archivartikel

Es gibt das gängige Bild, dass das Deutsche Kaiserreich in den Ersten Weltkrieg steuerte und ihn mit allen Expansionsgelüsten gegen eine Übermacht an Feinden verlor. Wäre nicht ein Patt das logische Ergebnis des millionenfachen Sterbens von 1914 bis 1918 gewesen? Der Historiker Holger Afflerbach geht in seiner Studie „Auf Messers Schneide. Wie das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verlor“ der Frage nach, ob die Niederlage nicht vermeidbar gewesen wäre, hätte die deutsche Führung nicht schwerwiegende Fehler gemacht. Aus der Sicht zweier Weltkriege dürfe und könne das katastrophale Scheitern deutscher Politik nicht verwässert werden. Afflerbach glaubt aber: „Die Idee, dass Deutschland den Ersten Weltkrieg verlieren musste und dass dies sehr früh feststand, ist unhistorisch und lenkt vom Faktum ab, dass der Krieg sehr lang auf Messers Schneide stand“ (Holger Afflerbach: Auf Messers Schneide. Wie das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verlor, C.H. Beck, München, 663 Seiten, 29,95 Euro).