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Sachbuch

Geburtstagsbräuche erforscht

Archivartikel

„Heute ist mein Geburtstag. Ich werde vierzehn Jahre alt! Wie unglaublich alt“, schrieb die künftige Queen Victoria in ihr Tagebuch. Es folgte eine endlose Liste von Geburtstagsgeschenken, die die Prinzessin empfangen hatte, darunter eine „entzückende kleine Krone mit kostbaren Edelsteinen“.

Üppige Geburtstagsfeiern waren beim Adel schon vor Jahrhunderten angesagt, keineswegs jedoch beim einfachen Volk, berichtet Stefan Heidenreich ebenso kenntnisreich wie unterhaltsam in seinem Buch „Geburtstag“. Darin spannt er den Bogen von der Antike bis heute. Noch im 19. Jahrhundert galten Geburtstagsfeiern bei Bauern und Arbeitern als verschwenderische Unsitte der Bessergestellten. Dem Volk fehlten dafür Zeit und Geld.

Einige Bräuche sind heute fremd

Sehr fremd erscheint uns heute die Tatsache, dass früher viele Menschen ihre Geburtstage gar nicht wussten. Und sehr bizarr waren manche Geburtstagsbräuche. So gab es etwa im Alemannischen die Sitte, dass die Gäste das Geburtstagskind so lange würgten, bis es etwas spendierte oder schenkte.

Der Schriftsteller unterrichtete an verschiedenen Universitäten wie der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich und der Universität Köln. Er ist unter anderem Autor von „Forderungen“ (Stefan Heidenreich „Geburtstag. Wie es kommt, dass wir uns selbst feiern“ . Hanser Verlag, München. 224 Seiten, 19 Euro).