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Kriminalliteratur Horowitz’ „Die Morde von Pye Hall“

Gefährliches Verwirrspiel

Ganz im Stil von Agatha Christie geht es los. Die allseits unbeliebte Haushälterin liegt tot am Fuß der großen Treppe des Landsitzes Pye Hall, in dem sie gearbeitet hatte. War es ein Unfall, oder wurde sie gestoßen? Herausfinden soll das der ebenso clevere wie kauzige Inspektor Atticus Pünd. Aber Robert Horowitz’ Roman „Die Morde von Pye Hall“ ist keine Nostalgiereise.

Spiel mit Erwartungen des Lesers

Der Roman spielt vielmehr mit Genres und Lesererwartungen. Der Tod der Haushälterin findet nämlich in einem Buchmanuskript namens „Die Morde von Pya Hall“ statt, das die Lektorin Susan Ryeland zu Beginn des Romans liest. Nach knapp der Hälfte des Buches endet der Roman im Roman und Susan Ryeland muss sich fragen, ob die Gefahren aus dem Buch nicht in ihr eigenes Leben gewandert sein könnten. Diese Frage löst der Autor nicht auf. Der Schriftsteller Anthony Horowitz hat einen spannenden Rätselkrimi geschrieben, in dem viele Details wichtig sind, ihre wahre Bedeutung aber oft erst später deutlich wird (Anthony Horowitz: „Die Morde von Pye Hall“. Insel Verlag, Berlin, 605 Seiten, 20 Euro). dpa