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Sachbuch Maria Antas’ „Waschen, schneiden, föhnen“

Haarige Geschichten

Archivartikel

Haare waren seit jeher nicht nur der Mode unterworfen, sondern oft auch ein politisches und kulturelles Statement. So standen die langen Mähnen der Hippies für Rebellentum. Weibliche Pagenköpfe in den 1920er Jahren signalisierten die Emanzipation junger Frauen. In „Waschen, schneiden, föhnen“, ihrer Kulturgeschichte des Haares, geht die finnische Autorin Maria Antas diesen Phänomenen nach. Es ist eine sehr persönliche Kulturgeschichte geworden, denn wir erfahren mindestens genauso viel über Antas’ eigene Haare und Frisuren („Mein Haar hat eine schöne Farbe, aber keinen Stand“). Lesenswert sind ihre essayistischen Exkurse, etwa über die Frage: Was ist verkehrt an kurzem Haar? Und warum werden bestimmten Frauentypen in Fernsehserien spezielle Frisuren zugeordnet? Im Gegensatz zu Antas’ Vorgängerbuch über das Putzen fehlen diesmal leider schöne Abbildungen. Sehr schade. Sie gehören zu einem solchen optisch reizvollen Thema eigentlich dazu (Insel Verlag, 164 Seiten, 14,95 Euro). dpa