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Hochglanz wie in Hollywood

„You are wanted – Staffel 2“: Die neuen Episoden von Matthias Schweighöfers Thrillerserie haben internationales Niveau

Lange schien Deutschland, wie so oft im Entertainment-Geschäft, ein wenig hintendran – bis Matthias Schweighöfer kam. Noch vor „Dark“, „Babylon Berlin“ und Co. schuf der 37-Jährige mit „You Are Wanted“ die erste und hierzulande bislang meistgestreamte Amazon-Serie überhaupt. Beim Publikum kam die erste Staffel des Hacker-Thrillers sehr gut an, positive Kritiken gab es vor allem international.

Grund genug für eine zweite Staffel (ab 18. Mai), die ihre Weltpremiere konsequenterweise in Hollywood feierte. „Es ist unglaublich irreal, die Premiere hier in Los Angeles zu feiern“, strahlte Schweighöfer beim Einstand in Los Angeles. In den Vereinigten Staaten hat „You Are Wanted“ bereits eine große Fangemeinde: 22 Prozent der Zuschauer streamten aus den USA. Doch trotz gemischter Kritiken nahm man das Experiment des sonst eher im leichten Comedy-Fach verorteten Schauspielers auch hierzulande gut an.

Dabei zog einerseits der große Name des Tausendsassas Schweighöfer, der neben der Hauptrolle auch Produktion, Skript und Regie übernahm. Zum anderen wirkte die Story um den Allerweltstypen und Familienvater Lukas Franke (Schweighöfer), dessen Leben aufgrund der digitalen Überwachung durch eine unbekannte Macht völlig aus den Fugen gerät, wenn auch nicht neu, so zumindest für hiesige Verhältnisse frisch und ungewohnt inszeniert.

Das Unglück kommt zurück

Schien sich das Blatt für Lukas Franke am Ende von Staffel eins endlich zum Guten gewendet zu haben, geht der Alptraum für ihn und seine Frau (Alexandra Maria Lara) von Neuem los. Wie das passieren konnte, wird mit einem recht billigen Erzähltrick erklärt: Die Hauptfigur erinnert sich einfach an nichts mehr. Alle Erinnerungen: verschwunden. So kann die rasante Story in Staffel zwei wieder von vorne losgehen. Bei den Schauspielern hat sich Schweighöfer Verstärkung geholt: Neu mit dabei sind Jessica Schwarz und der US-Amerikaner Michael Landes. Trotzdem wird klar: Von brillanten US-Serien wie „Mr. Robot“, in der experimentell aus der Perspektive eines Hackers erzählt wird, ist „You Are Wanted“ noch weit entfernt. In der ersten Staffel verknüpfte Schweighöfer, der in der zweiten Staffel zumindest die Regie abgibt, die Geschichte aus der Sicht des Hacking-Opfers mit einem leicht verständlichen Action-Zugang samt glänzender Hightech-Optik. Diesen Weg geht der Berliner nun konsequent weiter.

Edel inszenierte Spannung

Kosmopolitische Spannung, edel inszeniert: So könnte man die zweite Staffel „You Are Wanted“ kurz umschreiben. Böswilliger könnte man auch sagen: Klischeehaftes Actionfeuerwerk, oberflächlich geschrieben und beliebig durch US-Produktionen austauschbar. Was Schweighöfer in jedem Fall herausragend versteht, ist die qualitative Annäherung hiesiger Produktionen an einen internationalen Mainstream-Thrillerstandard, dem Deutschland bislang kaum gewachsen war. tsch