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TSG 1899 Hoffenheim In seiner Abschiedssaison strebt Trainer Nagelsmann nach dem Maximalen

Hunger auf mehr

Julian Nagelsmann will hoch hinaus. Der Fußball-Trainer will sich bei der TSG 1899 Hoffenheim, die er nach dieser Saison verlassen wird, gebührend verabschieden – am liebsten mit dem ganz großen Wurf: „Die Krönung wäre der Meistertitel. Dass das nicht einfach ist, weiß ich auch, aber ich strebe immer nach dem Maximalen was möglich ist und das ist der Meistertitel.“ Die Konkurrenz – bestehend aus den Großmächten aus München, Dortmund und Gelsenkirchen – wird das vernommen haben. Unterschätzt wird Hoffenheim nicht mehr, doch wer den 31-Jährigen kennt, der weiß, dass er mit Sicherheit alles daran setzen wird, die Ziele zu erreichen.

Es geht aber nicht nur um die Bundesliga, in der die TSG eine gute Rolle spielen möchte. Denn zum ersten Mal werden die Kraichgauer im Konzert der ganz Großen Europas mitmischen: Hoffenheim ist für die Gruppenphase der Champions League, die am Donnerstag, 30. August, im Grimaldi-Forum in Monaco ausgelost wird, gesetzt. Da es nach zehn Jahren in der Beletage des deutschen Fußball nun auch der erste Auftritt der TSG in diesem Wettbewerb sein wird, werden sie sich erst einmal in Topf vier wiederfinden.

Das hat zur Folge, dass die Gegner im schlimmsten Fall Real Madrid, FC Liverpool und AS Monaco heißen könnten. Aber den Hoffenheimern ist nicht bange. „Wir können eine Stolperfalle für große Vereine sein“, hofft beispielsweise Innenverteidiger Kevin Akpoguma auf die eine oder andere Überraschung.

Nur zwei Leistungsträger weg

Mit Ausnahme von Nationalspieler Serge Gnabry, der nach dem Ende seiner Leihe zum FC Bayern München zurückgekehrt ist, und Mark Uth – der Angreifer hat bei Schalke 04 angeheuert – hat Hoffenheim keinen Leistungsträger verloren – im Gegenteil: Manager Alexander Rosen hat es geschafft, WM-Fahrer Andrej Kramaric zu halten. „Wenn ein anderer Verein 50 Millionen Euro geboten hätte, dann hätte ich nicht sagen können, was passiert“, hatte Rosen angekündigt. Offensichtlich hat aber kein sportlicher Leiter so viel Geld in die Hand nehmen wollen, um den Vizeweltmeister zu verpflichten.

Außerdem hat Rosen den Kader in der Breite gestärkt und mit Leonardo Bittencourt, Vincenzo Grifo, Joshua Brenet und Kasim Adams interessante Spieler nach Sinsheim gelotst. Die Akteure, die geholt wurden, sollen mitunter auch dafür sorgen, dass die Torbeteiligungen aus Mittelfeld und Abwehr erhöht werden. „Grifo hatte in der Vergangenheit schon überdurchschnittliche Torbeteiligungen und Leonardo Bittencourt kann immer auf über zehn Scorerpunkte kommen“, ist sich Nagelsmann sicher. Im Sturm soll Ishak Belfodil eine weitere Option darstellen.

Und, dass der eingeschlagene Weg der Hoffenheimer nicht ganz falsch sein kann, unterstreicht die jüngere Historie: Vor zwei Jahren schloss die TSG die Saison als Vierter ab, vergangene Spielzeit folgte Platz drei. „Logisch wäre jetzt, Zweiter zu werden“, weiß auch Nagelsmann, dessen Bekanntgabe nach Leipzig zu wechseln, zunächst für ein mulmiges Gefühl sorgte. Doch beeinflusst der Abgang eventuell die tägliche Trainingsarbeit? „Nein, gar nicht. Das spielt keine Rolle“, bekräftigt Deutschlands Fußballtrainer des Jahres 2017.

Veränderungen könnte es aber bis zum 31. August – da schließt das Transferfenster – schon noch geben, denn besonders im Abwehrzentrum herrscht großes Gedränge. Am wahrscheinlichsten ist ein Abgang von Ermin Bicakcic, der zuletzt mit Hannover 96 in Verbindung gebracht wurde.