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Im Interview Mannschaftskapitän Michael Kettenmann lobt den Teamgeist / Den Umbruch sieht er als nicht allzu großes Problem an / Mittelfeldplatz als realistisches Saisonziel

„Ich will das Sprachrohr der Mannschaft sein“

Michael Kettenmann geht voran. Er ist ein Leistungsträger beim Fußball-Verbandsligisten SV 98 Schwetzingen. Und genau deswegen ist der 30-Jährige auch der Kapitän der Spargelstäder. Im Interview ordnet er den großen Umbruch ein und spricht über die Ziele der Schwetzinger.

Herr Kettenmann, hinter dem SV 98 Schwetzingen liegt eine ereignisreiche Saison, die am Ende mit dem Klassenerhalt abgeschlossen wurde. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Michael Kettenmann: Die letzte Saison war sehr kurios. Wir sind mit 29 Spielern gestartet. Am Ende konnten wir froh sein, wenn wir mit 15 Spielern in den Spieltag gehen konnten. Nach dem großen Aderlass in der Winterpause hatten wahrscheinlich viele damit gerechnet, dass wir absteigen. Wir haben es aber geschafft, dass die restlichen Spieler zu einer verschworenen Einheit geworden sind. Keiner war sich zu schade, für den Teamerfolg alles zu geben und persönliche Interessen hintenanzu stellen. Ich wusste, dass ich als erfahrener Spieler in dieser schwierigen Phase vorangehen musste und habe auch deshalb die Rolle des Innenverteidigers angenommen. Diese mannschaftliche Geschlossenheit half uns in den wichtigen Spielen am Anfang der Rückrunde Punkte einzufahren, einige fast verlorene Spiele zu drehen und Mannschaften wie den VfR zu besiegen. Am Ende haben wir mit dem siebten Platz ein herausragendes Ergebnis erzielt.

Inzwischen hat der Trainer gewechselt und auch das Gesicht des Kaders hat sich verändert. Wie haben Sie diesen großen Umbruch erlebt und inwieweit sind Sie als Kapitän jetzt noch mehr gefordert?

Kettenmann: Lange Zeit war ungewiss, wie die kommende Saison aussehen wird. Dass sich ein Kader über die Zeit verändert, habe ich im Fußball schon oft erlebt. Das war also nichts Neues für mich. Am Ende haben wir einige Stammkräfte verloren, was natürlich schade ist. Hinzugekommen sind Spieler aus der eigenen Jugend, die es schnellstmöglich an den Seniorenbereich heranzuführen gilt. Des Weiteren haben wir Neuzugänge, die schon Verbandsligaerfahrung haben, dazu bekommen. Meine Aufgabe als Kapitän ist es, den Zusammenhalt innerhalb der neuen Mannschaft zu fördern und meine Erfahrung mit den jungen Spielern zu teilen. Außerdem gilt es, die Mannschaft zu führen und ihr Sprachrohr zu sein.

Gernot Jüllich würde gerne noch ein bis zwei gestandene Verbandsligaspieler verpflichten. Wie beurteilen Sie den Kader?

Kettenmann: Generell ist es gut, wenn der Kader möglichst breit aufgestellt ist. Ein vernünftiger Mix aus älteren und jüngeren Spielern ist ebenfalls wichtig, um für zukünftige Saisons gerüstet zu sein. Des Weiteren muss man erst einmal davon ausgehen, dass es nicht jeder A-Jugend-Spieler auf Anhieb in die Startformation schafft. Letztes Jahr ist das etwa Patrick Hocker gelungen, der aber auch sehr großes Talent besitzt. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Gernot Jüllich diese Punkte in seinen Überlegungen berücksichtigt und ich vertraue ihm.

Wie haben Sie den neuen Trainer in den ersten Wochen kennenlernen dürfen?

Kettenmann: Ich kenne Gernot schon seit Jahrzehnten, da ich mit seinem Sohn Christoph in der Jugend zusammen gespielt habe. Er ist sehr akribisch und hat den absoluten Siegeswillen. Mit seinem Co-Trainer Lothar Müller bildet er ein gutes Duo.

Das Auftaktprogramm hat es gleich in sich, allerdings fehlen in der Vorbereitung immer wieder Spieler. Wie sehr stört das den Ablauf und wie gravierend schätzen Sie die Lage ein?

Kettenmann: Auf der einen Seite kann ich den Verein verstehen, dass die Spieler möglichst die komplette Vorbereitung absolvieren sollen. Auf der anderen Seite kann es aufgrund persönlicher Umstände vorkommen, dass Spieler fehlen. Ich zum Beispiel habe nur Ende Juli und Anfang August die Möglichkeit, meine Freundin zu begleiten, ihre in Kanada lebende Familie zu besuchen. Da ihre Großeltern mittlerweile 87 und 88 Jahre alt sind, wird es realistischerweise nur noch wenige Gelegenheiten geben, sie persönlich zu sehen. Meine Freundin unterstützt mich das ganze Jahr über bei meiner fußballerischen Tätigkeit und schaut sich viele Spiele an. Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich ihr in diesem Punkt entgegenkomme. Das habe ich in meinen Verhandlungen bisher immer deutlich gemacht. Jeder, der aufgrund persönlicher Umstände eine Zeit lang fehlt, sollte jedoch auch dafür Sorge tragen, dass er sich fit hält und sich bestmöglich vorbereitet. Das erwarte ich von jedem und ich gehe selbst mit gutem Beispiel voran. Wenn das gewährleistet ist, sollte das kein großes Problem darstellen.

Wo landet der SV 98 und wer sind die Favoriten?

Kettenmann: Wir landen im Mittelfeld. Zu den Favoriten gehören Sandhausen II, VfR Mannheim, Fortuna Heddesheim und Gartenstadt.