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Im Hauptberuf Student – am Wochenende der „Pilzmann“

Hüseyin Yörük verkauft samstags Pilze auf dem Mannheimer Hauptmarkt in G 1

Es gibt wohl nur wenige Studenten, die ihren Stundenplan nach dem Marktgeschehen ausrichten – für Hüseyin Yörük ist es längst normal, am Donnerstag Nachmittag die Uniwoche zu beenden, um auf dem Großmarkt Ware einzukaufen.

Jetzt in der Hauptsaison hat er bis zu 15 Sorten Pilze im Angebot: Kaiserlinge, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge, Champignons oder Steinpilze, die auch als Pulver oder getrocknet außerhalb der Saison erhältlich sind, umfasst sein Sortiment. Shiitakepilze in Bio-Qualität, die auch als Heilpflanzen Anwendung finden, gehören ebenfalls dazu. Eine besondere Spezialität ist die hausgemachte Steinpilzbutter. Anders als viele Händler hat Yörük keinen „Stallgeruch“; er ist der erste in seiner Familie, der auf dem Markt arbeitet. „2012 habe ich über eine Freundin Roswitha Gatzke kennengelernt und an ihrem Stand fünf Jahre gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren. Als sie dann aufhören wollte, habe ich den Stand übernommen.“ Dieser eher ungewöhnliche Nebenjob lag für den gebürtigen Mannheimer, der gemeinsam mit Frau und Schwester auf dem Markt verkauft, nahe: „Der Wochenmarkt bedeutet für mich ein Stück Heimat. Das Marktgeschehen ist vielfältig und hier in G 1 herrscht ein mediterranes Flair“, erklärt Yörük, der zudem freitags in Heddesheim verkauft. „Ich spiele seit meinem 15. Lebensjahr Theater und bin ein offener Typ – das Verkaufen liegt mir. Außerdem ist der Markt ein schöner Ausgleich zur Arbeit im Labor“, betont der Student der Chemischen Technologie. Nachdem es anfangs schwierig war, Verkaufsstand und Studium in Einklang zu bringen, möchte Yörük dem Markt nun auch nach dem Abschluss gerne treu bleiben. „Mittlerweile bin ich hier als ,Pilzmann’ bekannt – und ich habe einen Plan B, falls es im Beruf mal nicht klappen sollte“, erläutert er. Wichtig ist ihm vor allem, dass die Kunden zufrieden sind und die Preise bezahlbar bleiben angesichts der billigen Konkurrenz der Supermärkte. Mit einem Unikat können die Discounter in jedem Fall nicht mithalten: „Ich besitze den wohl ältesten Trüffel der Welt – er wurde bereits vor dem zweiten Weltkrieg in Salzlake eingelegt“, verweist Yörük stolz auf eine Kuriosität – die allerdings nicht zum Verkauf steht. imp