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Weinheim Wesbau Consulting erhält Baugenehmigung für die Umgestaltung des Karlsberg Carrés / Kosten belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro

Im September soll der Umbau starten

Archivartikel

Darauf hat Weinheim lange gewartet: Der Umbau der Karlsberg-Passage steht kurz bevor. Im Juli hat die Stadt dem Unternehmen Wesbau Consulting, das für die Revitalisierung der in die Jahre gekommenen Passage zuständig ist, die Baugenehmigung erteilt. Schon im September soll es losgehen, sagt Max Zeitz von Wesbau Consulting.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: „Wir hätten die Anlage gerne geöffnet und so eine Verlängerung der Hauptstraße geschaffen – mit direkter Verbindung zur Bahnhofstraße“, sagt Zeitz. Doch dieses Konzept scheiterte wie berichtet an den Einwänden der Nachbarn.

Große Veränderungen wird es trotzdem geben: Die Tiefgarage wird über zwei Rolltreppen direkt ans Erdgeschoss angebunden. Aufzüge, die vom Unter- bis zum Obergeschoss durchgängig sind, sollen dafür sorgen, dass das bisherige „Labyrinth“ Karlsberg-Passage übersichtlicher wird. Neben der moderneren, gradlinigeren Fassade, bekommt die Passage künftig nur noch zwei statt drei Eingänge. Der Durchgang zur Bahnhofstraße wird geschlossen.

Zielgruppe liegt bei 50 plus

Im Erdgeschoss sind nach wie vor Handelsflächen vorgesehen. Viele der aktuellen Mieter wie NKD, Bizznizz, der Blumenladen, die Boutique Dorothee und das Bistro Ciao Ciao wollen nach Auskunft von Zeitz bleiben, neue wie ein Optiker kommen hinzu. „Bis auf drei Flächen ist in der Passage bereits alles vermietet“, sagt Zeitz. Eine Bank habe ihr Interesse bekundet, die Gespräche laufen. Die ehemaligen Flächen von Deichmann und Tengelmann sind als Lagerflächen vorgesehen. Im Obergeschoss sind Büro- und Praxisflächen für Dienstleister wie Physiotherapeuten sowie für Ärzte geplant. „Wir wollen das Angebot im Karlsberg Carré auf die Altersstruktur der Weinheimer Bevölkerung abstimmen“, sagt Zeitz. Die Zielgruppe liegt bei 50 plus.

Noch offen ist, wer den mehr als 1000 Quadratmeter großen Bereich übernimmt, der die Räume des früheren Billard Sport Centers Royal, des angrenzenden Internet-Cafés und des Friseurladens umfasst. Er sei immer noch im Gespräch mit Kino-Chef Alfred Speiser, sagt Zeitz. Das Schlüsselwort heißt „Gastro-Entertainment“ mit Gastronomie im Erdgeschoss und beispielsweise einem Kinosaal oder einem Raum für Computerspiel-Events im Untergeschoss. Derzeit liefen auch Gespräche mit Conti-Park zur Bewirtschaftung der Tiefgarage, die ebenfalls moderner und heller gestaltet werden soll. Die Umbauarbeiten sollen schon im September mit den Vorbereitungen für den Rolltreppen-Einbau beginnen, anschließend folgt der Bereich zur Bahnhofstraße hin. Die ersten Flächen könnten im Sommer 2019 bezogen werden, der Umbau soll insgesamt etwa eineinhalb Jahre dauern. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Wesbau auf rund sieben Millionen Euro.

Die Gesamtfläche des Karlsberg Carrés umfasst 10 000 Quadratmeter, davon sind etwa 4500 Handels- und 3500 Quadratmeter Wohnfläche, der Rest entfällt auf Büros und Praxen. Die Tiefgarage hat 280 Stellplätze, 50 davon gehören zu den Wohnungen. Eröffnet wurde die Passage 1990, im Frühjahr 2016 kaufte Wilfried Gaul den Komplex und beauftragte die Firma Wesbau Consulting mit der Projektentwicklung.