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Weinheim In das Gerberbachviertel soll nun Ruhe einkehren / Anlage am Marktplatz nach Kerwe

Kleiner Poller, große Wirkung

Für die Anwohner der Judengasse im Weinheimer Gerberbachviertel war es ein echtes Ärgernis: Morgens hoch, abends runter – so entwickelte sich in den vergangenen Monaten ein reger Schleichverkehr von rücksichtslosen Autofahrern zwischen der Grundelbachstraße und der Hauptstraße. Im eigentlichen Anwohnerbereich entwickelte sich fast schon ein Durchgangsverkehr.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben nun gehandelt und einen Poller gesetzt, der definitiv nur noch von den Rettungskräften zu entfernen ist. Die Abstimmung zu diesem Schritt hat relativ lange gedauert, weil es bei den Anwohnern der Altstadt viele unterschiedliche Stimmen und Anforderungen gab.

Bei dem versenkbaren Vorgängerpoller waren zunächst Schlüssel an Anwohner verteilt worden – diese vermehrten sich aber auf wundersame Weise. Zum Schluss war der Poller fast nicht mehr in Betrieb. „Deshalb war nur dieser Schritt möglich“, erklärt Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard.

Der Poller hat nun zur Folge, dass auch die Anwohner nur noch über die Grundelbachstraße ihre Häuser anfahren können. Dafür ist aber auch gewährleistet, dass nur noch Anwohner oder deren Besucher dort hinterm Steuer sitzen – denn eine Durchfahrt ist nicht mehr möglich.

Es ist nicht der einzige Poller, der ersetzt wird. Die Stadtverwaltung nimmt insgesamt 80 000 Euro in die Hand und wird am Marktplatz eine Polleranlage installieren. Die Stadt setzt dabei auf die große Lösung, da die üblichen Poller nur selten Wirkung erzielten. Entweder wurden sie gar nicht eingesetzt, oder es wurde ein Vierkantschlüssel zur Hand genommen, um die Durchfahrt zum Marktplatz zu öffnen. Daran konnten auch verstärkte Kontrollen nichts ändern. Dabei handelt es sich um versenkbare Poller wie an der Weinheim Galerie. Die Anlage dort wird ein paar Meter zur Bahnhofstraße versetzt; somit wird es keinen Platz mehr zum Parken geben und und die Rettungswege können freigehalten werden.

Im Zuge der Haushaltsberatungen genehmigte der Gemeinderat die Investition; die eine Hälfte für die Anlage an der Weinheim Galerie, die andere Hälfte für die neue Anlage am Marktplatz.

Die Aufträge für die Anlagen sind mittlerweile erteilt, an den Gesamtkosten ändert sich nach Auskunft der städtischen Pressestelle nichts. Die Poller am Marktplatz werden demnach nach der Kerwe montiert. Und bei der Versetzung der Poller am Eingang in die Fußgängerzone wird noch abgewartet, bis der Bauherr der Karlsbergpassage einen Plan vorgelegt hat, wie und wann die Baustelle erschlossen werden soll. Ansonsten könnten sich beide Maßnahmen gegenseitig behindern. sf