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Psychische Erkrankungen Die Ursache vieler Krankheitstage

Leistungsdruck sorgt sehr oft für Probleme

„Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Kosten für deutsche Unternehmen durch psychische Erkrankungen im Jahr 2015 auf über 3000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.“ Diese Zahl nennt die Schwetzinger Psychotherapeutin Susanne Kuhn-Krainick unserer Zeitung. Angst macht auch vor Erfolg nicht halt.

Unternehmen reagieren mit einer wachsenden Zahl an Maßnahmen zur Gesundheitsprävention. In ihrer Coaching-Praxis macht die Stressexpertin immer wieder interessante Beobachtungen: „Ich kann es manchmal kaum glauben, wenn ich sehe, wie wirklich intelligente, gut aussehende und erfolgreiche Menschen immer wieder an sich selbst zweifeln, mit Entscheidungen ewig hadern und mit verschiedenen Formen der Angst und Panik kämpfen.“ In Ausbildung und Beruf ist die Angst alltäglich. Egal ob es die Furcht vor der Abschlussprüfung bei Studenten ist, wichtige Kundengespräche oder Präsentationen bei Geschäftsmännern. Es gibt zahlreiche Betroffene.

Dabei ist die Angst an sich eigentlich sogar gut, erklärt Susanne Kuhn-Krainick: „Angst ist in uns Menschen biologisch angelegt und gehört genauso wie Freude, Liebe, Trauer, Wut und Scham zu den Grundemotionen. Gesunde Ängste schützen, warnen und spornen uns sogar zu mehr Erfolg an.“ Angst kann aber auch krank machen.

Unrealistische Wahrnehmung

Schwierig wird es, wenn Menschen in solchen Situationen gelähmt oder extrem gestresst sind. Dazu sind drei Merkmale von Nöten. Erkennen können Betroffene eine „kranke Angst“ zum Beispiel dann, wenn der Auslöser unrealistisch und übergroß wahrgenommen wird. Dann ist auch die Reaktion darauf unverhältnismäßig stark. Wenn die Angst bleibt, obwohl der Auslöser bereits verschwunden ist, sollten sich Menschen, die darunter leiden, Hilfe suchen. Die Psychologin kennt diese Formen von Angst. Zu ihr kommen Manager und Angestellte, Frauen wie Männer aus verschiedenen Unternehmen, um an beruflichen Lasten zu arbeiten.

„Die Entmachtung der eigenen inneren Antreiber und der übergroßen Anforderungen an sich selbst ist häufig der erste Ansatz“, beschreibt die Expertin ihre Arbeit. Dabei geht sie ressourcenorientiert und systematisch vor. Konkret bedeutet das, immer wieder sein eigenes Selbstbild positiv zu stärken und durch einen Perspektivenwechsel die scheinbare Bedrohung Stück für Stück schrumpfen zu lassen.

Zur Genesung empfiehlt sie ihren Patienten verschiedene Dinge. Darunter zum Beispiel Desensibilisierung durch dosierte Konfrontation mit dem Angstauslöser, um kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen. jade