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Ludwigshafen Stadt wartet beim 29 Millionen Euro teuren Projekt weiter auf Zuschussbescheid des Landes / Acht Haltestellen werden barrierefrei

Linie-10-Ausbau soll erst 2021 beginnen

Das größte Nahverkehrsprojekt in Ludwigshafen verzögert sich weiter. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat zwar im Januar den Ausbau der Straßenbahnlinie 10 in Alt-Friesenheim genehmigt, seitdem hat sich aber nicht viel getan. Die Stadt wartet immer noch auf den Zuschussbescheid vom Land. Erst danach kann der Stadtrat endgültig grünes Licht geben und die Verwaltung die Erneuerung der Gleise ausschreiben. Mit einem baldigen Baubeginn ist jedenfalls nicht zu rechnen. „Nach derzeitigem Stand wird der Ausbau der Linie 10 ab dem zweiten Quartal 2021 starten“, nannte eine Stadtsprecherin auf „MM“-Anfrage eine neue Terminprognose. Noch vor zwei Jahren hatte die Verwaltung damit gerechnet, dass es 2019 losgehen könnte.

Europaweite Ausschreibung

Keine genauen Angaben machte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums, wann das Land über die Zuwendung für das 29 Millionen Euro teure Projekt entscheidet. „Der Förderantrag für den ersten Bauabschnitt befindet sich in der Prüfung“, lautet die Auskunft. Noch in diesem Jahr soll er beschieden werden. Die Verwaltung, die seit Jahren in Gesprächen mit dem Ministerium in dieser Frage steht, hofft indes auf eine Bewilligung bis zum Herbst.

Für das Gesamtprojekt, bei dem auch acht Haltestellen zwischen Marienkirche und Ruthenplatz barrierefrei ausgebaut werden, ist der Zuschuss nicht unerheblich. Denn die Stadt rechnet damit, dass das Land mit 10,5 Millionen Euro rund ein Drittel der Gesamtkosten übernehmen wird.

Der Förderbescheid ist auch deswegen so wichtig, weil der Stadtrat erst nach der genauen Kostenaufteilung das Projekt definitiv absegnen kann. Große Diskussionen sind dabei nicht zu erwarten. Denn für das Vorhaben gab es bereits vor zwölf Jahren grundsätzlich grünes Licht. Es ist völlig unstrittig – weil die Notwendigkeit angesichts maroder Gleise auf der 2,6 Kilometer langen Strecke zwischen dem Hemshof und Friesenheim offensichtlich ist.

Und erst nach dem Votum des Stadtrats kann die Verwaltung die genaue Ausführungsplanung erarbeiten. Danach muss sie das Vorhaben europaweit ausschreiben – was noch einmal mindestens ein halbes Jahr dauern wird, so die Einschätzung des Baudezernats.

Anwohner wurden vertröstet

„Wer bei diesem Projekt ungeduldig wird, droht verrückt zu werden“, ringt der Friesenheimer Ortsvorsteher Günther Henkel (SPD) um Fassung. Zu oft schon hat sich das Vorhaben verzögert und die Anwohner wurden vertröstet. Dabei steht die genaue Planung bereits seit vier Jahren fest. Auf Drängen des Landes fährt künftig die Straßenbahn in Alt-Friesenheim – entgegen des ursprünglichen Konzepts – doch nicht auf einem eigenen Gleisbett. Weil in der Luitpoldstraße einige Parkplätze wegfallen, sind 20 Stellplätze auf einem alten Betriebsgelände in der Kreuzstraße vorgesehen.

Auch das Konzept für den zweiten Bauabschnitt in der Hohenzollernstraße ist seit langem fertig. Es war ebenfalls schon vor Jahren geändert worden – auf Druck der Anwohner. Zwei Kreuzungen und zwei Haltestellen werden nun anders gestaltet als zunächst vorgesehen. Zudem werden mehr Parkplätze eingerichtet. Es bleibt aber dabei, dass die Straßenbahnen künftig auf einem separaten Gleiskörper fahren.

Weil der Austausch der Schienen in Alt-Friesenheim auf sich warten lässt, wird die Verwaltung in absehbarer Zeit ein anderes Vorhaben starten. Im kommenden Jahr sollen Bauarbeiter anrücken, um Abwasserrohre und Versorgungsleitungen zu erneuern, so die Stadt.

Derzeit laufen in der Luitpoldstraße immer wieder kleinere Arbeiten – allerdings aus einem anderen Grund. Regelmäßig müssen Schweißtrupps ausrücken, um gebrochene Gleisstücke notdürftig zu reparieren. Dies kommt aber nicht überraschend. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) hat bereits vor sieben Jahren den dringenden Austausch der Gleise angemahnt.