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Weinheim Elektronische Anzeigentafeln funktionieren nicht und stiften Verwirrung beim Schienenersatzverkehr / Insgesamt läuft es aber rund

„Man muss mehr Zeit einplanen“

Tag zwei des Schienenersatzverkehrs. 7.50 Uhr, Haltestelle OEG-Bahnhof: „Der Zug endet hier“, tönt die Lautsprecherdurchsage durch die Linie 5 kurz vor Fahrtende. Das ist neu. Am Montag fehlte die Durchsage noch. Die meisten Reisenden wissen inzwischen Bescheid, aber nicht alle. Wer sich nicht auskennt, folgt dem Strom der Mitreisenden, aber es wäre sicherlich hilfreich, wenn die Durchsage auch darüber informieren würde, dass es jetzt mit dem Bus weitergeht.

An der provisorischen Bushaltestelle direkt neben dem OEG-Bahnhof stehen auch an diesem Tag – mit ihren gelben Westen gut sichtbar – Mitarbeiter der RNV. Sie geben Auskunft, beantworten Fragen und verteilen Flugblätter an die Reisenden. Das ist auch gut so, denn ein Bus ist nicht in Sicht. Eigentlich sollte der schon da stehen, die Bahnfahrer aufsammeln und nahtlos zur Händelstraße bringen.

„Bis jetzt hat das immer geklappt“, sagen die jungen Frauen von der RNV. Jetzt klappt es gerade nicht. Fast fünf Minuten Wartezeit vergehen, dann ist der Bus da. Inzwischen spricht eine Frau die RNV-Mitarbeiterinnen an: „Wir sind gestern an der Händelstraße alle in den falschen Bus gestiegen“, sagt sie und erntet verständnislose Blicke.

Sie erklärt: „An der Händelstraße fährt nicht nur der Bus ab, der die Linie 5 ersetzt, sondern auch ein Bus, der zum Hauptbahnhof fährt. Das stand aber nicht dran.“ Sämtliche Leute aus der Bahn seien deshalb in den Bus Richtung Bahnhof gestiegen, obwohl sie eigentlich zur Haltestelle OEG-Bahnhof und dann weiter in Richtung Heidelberg wollten.

„Sie müssen darauf achten, ob da Linie 5 dran steht“, kommt die Antwort von der RNV. Die Frau bestreitet allerdings, dass „da überhaupt etwas dran stand“. Und sie hat recht. Ein Leser hatte bereits am Montag ein Foto an die Redaktion geschickt, auf der die Busse an der Händelstraße zu sehen sind – allerdings ohne Zielanzeige.

Am Dienstagmorgen zumindest steht auf den Bussen, die an der Händelstraße abfahren, deutlich „Linie 5“. Auch die Fahrt von dort über die Haltestelle Rosenbrunnen zum OEG-Bahnhof klappt reibungslos. Was nicht funktioniert, sind die elektronischen Anzeigentafeln an sämtlichen Haltestellen entlang der Bergstraße der Linie 5.

„Bitte Fahrplan beachten“ heißt es dort rot auf schwarzem Grund. Das ist besonders lästig an der Haltestelle OEG-Bahnhof. Dort stehen nämlich regelmäßig zwei Bahnen, die sich auch beide auf den Weg zurück nach Heidelberg machen. Aber welche fährt jetzt zuerst los? „Immer die, die zuerst angekommen ist“, informieren die jungen Frauen von der RNV. Und welche war zuerst da? Das wissen sie nun gerade auch nicht. Hier hilft nur eins: Den Bahnfahrer direkt fragen.

Trotzdem läuft es insgesamt recht rund: „Man muss halt mehr Zeit einplanen“, sagt eine Bahnreisende. Letzteres trifft vor allem für all jene zu, die von der Händelstraße weiter zum Hauptbahnhof möchten. Die würden normalerweise einfach an der Haltestelle Luisenstraße aussteigen, müssen aber jetzt den Bus der Linie 631 nehmen. Der fährt morgens zwar im zehn-, später aber nur im 20-Minuten-Takt. Oder die Reisenden fahren ab Händelstraße mit dem Ersatzbus der Linie 5 durch die Weststadt über Rosenbrunnen und OEG-Bahnhof weiter zur Ersatzhaltestelle an der Mannheimer Straße auf die Brücke zum Hauptbahnhof. Auch das geht – gemessen an dem gewaltigen Umweg – relativ flott. Aber wer gut zu Fuß ist, ist dann trotzdem schneller rasch gelaufen. Wer vom Hauptbahnhof Richtung Händelstraße möchte, braucht auch länger. Statt vier Minuten mit der Linie 5, ist man elf Minuten mit der 631 unterwegs.