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Staatstheater Schauspiel hat am morgigen Sonntag Premiere

„Moby Dick“ in Darmstadt

Archivartikel

Besessen vom Gedanken, den weißen Wal zu töten, der ihm ein Bein abriss, folgt Captain Ahab dem ungeheuren Moby Dick über die Weltmeere. Die Mannschaft erlebt dabei Abenteuer sowie Einsamkeit, findet im Fremden das Eigene und wird hineingerissen in den unerbittlichen Kampf des vermeintlich Guten mit dem vermeintlich Bösen.

Herausragendes Stück Literatur

Der Roman „Moby-Dick, or the Whale“ aus dem Jahr 1851 gilt als herausragender Beitrag zur Weltliteratur. Inspiriert von biblischen Themen, Shakespeare und Erlebnissen auf einem Walfänger schrieb Herman Melville diesen Genre und Rahmen sprengenden Roman und schuf darin zeitlose Motive. Der weiße Wal ist längst in das kollektive Gedächtnis unserer Kultur eingegangen. Sein Mythos ist allgemein bekannt, aber immer noch rätselhaft mehrdeutig.

Melvilles facettenreiche Sprache zu würdigen und auch den philosophischen Themen nachzuspüren, hat sich die Regisseurin Julia Prechsl zur Aufgabe gemacht. Sie stellt sich in ihrer Inszenierung für das Staatstheater Darmstadt, die ab dem 2. September in den Kammerspielen zu sehen sein wird, Fragen nach Geopolitik und Kolonialismus, nach Liebe und Tod, Technik und Natur, Fragen nach Gegensätzen von Land und Meer, Mensch und Tier, Macht und Norm, Gier und Moral, kultureller Identität und Entgrenzung. Oft wird dieser Reichtum des Buches geopfert zu Gunsten der schnell erzählten Geschichte um eine Jagd, doch Julia Prechsl will diese Schätze bergen.

In der Inszenierung des Staatstheaters Darmstadt spielen Béla Milan Uhrlau, Erwin Aljukic, Anabel Möbius, Robert Lang und Hans-Christian Hegewald. Regie führt Julia Prechsl. Für Bühne und Kostüme ist Birgit Leitzinger verantwortlich, für Video Florian Schaumberger, für die Dramaturgie Karoline Hoefer. zg