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Im Test Kia bietet den Kleinstwagen Picanto jetzt als GT-Line mit einem 100-PS-Aggregat an / Spritzig und hochwertig verarbeitet

Mühelos durch den Großstadtdschungel

Archivartikel

Frankfurt.Wie viel Auto braucht der Mensch? Darüber können abendfüllende Diskussionen entstehen – und sie spiegeln wunderbar die Fülle und Freiheit der individuellen Mobilität wider. Ganz nüchtern betrachtet genügt sehr wenig: Vier Türen, eine Heckklappe, kompakte Ausmaße und vielleicht ein paar PS, damit auch einmal überholt werden kann. Wer nicht viel auf der Langstrecke unterwegs ist, könnte da am Kia Picanto hängen bleiben.

Kia Picanto? Ein Kleinstwagen? Der soll reichen? Zugegeben, diese Fragen hätte der Autor vor dem Test auch gestellt. Dennoch: Platz für zwei hat der Koreaner reichlich – und selbst zu viert lassen sich Kurzstrecken gut bewältigen. Die Sitze sind bequem und liegen über dem Durchschnitt in dieser Klasse. Leider ist das Lenkrad nur in der Höhe und nicht in der Tiefe verstellbar.

Liegen die Rücklehnen der hinteren Bank flach, ergibt sich ein theoretischer Literwert von 1010 an Fassungsvermögen. In der Praxis heißt das: Wochenendeeinkäufe, Getränkekisten oder sonstiges Sperrgut passen locker rein.

Automobile Winzlinge wie der Kia Picanto sind ja schon lange keine rollenden Verzichtserklärungen mehr. Voraussetzung: Es sollte nicht die Basisausstattung sein. Der Testwagen als GT-Line bietet beispielsweise Tagfahrlichter mit LED, Farbakzente im Kühlergrill sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Seitenschweller und ein Heckdiffusor mit Doppelrohrauspuff zeigen auch bei dem putzigen Fünftürer: Ich habe Kraft.

Und das hat er wirklich. Mit leichtem Druck aufs Gaspedal schnattert der Dreizylinder munter und vernehmlich los. Die 100 PS haben mit dem 1000-Kilo Leichtgewicht kaum Mühe – besonders beim Ampelstart zieht der Picanto weg wie nichts. Der Turbo erfreut dabei durch sein direktes Ansprechverhalten. Wer ihn fordert, fördert den Verbrauch. Im Testbetrieb erreicht der Kia 6,5 Liter – dem harmonisch zu schaltenden Getriebe fehlt ein sechster Gang.

Nobel eingerichtet

Dass im Picanto nichts klappert, ist selbstredend, dass er sich wie ein Großer fährt, überrascht dann doch. Bei 2,40 Meter Radstand kann man keine Sänfte erwarten, aber der Kleine schluckt ruppigen Straßenbelag gut weg. Auf richtig schlechter Fahrbahn holpert er dann aber kräftig. Dafür zieht er unangestrengt und ohne dramatische Seitenneigung durch enge Kehren.

Die Lenkung ist leichtgängig und wirkt etwas indirekt. Hier darf man dann bei aller Sportlichkeit nicht vergessen: Das bevorzugte Revier des Picanto ist der Großstadt-dschungel – und wer will hier schon kraftvoll kurbeln müssen? Mit etwas mehr als 3,5 Metern Länge stehen Parklücken offen, an denen die anderen vorbeifahren müssen. Und mit den 1,6-Metern an Breite lässt sich der Flitzer so mühelos durch den Großstadtdschungel dirigieren, dass es die reinste Wonne ist.

Der Kia Picanto ist deutlich nobler eingerichtet als beispielsweise ein VW up!. Chromapplikationen, Ledersitze, sogar eine Lenkradheizung sind bei der GT-Line an Bord. Optional erhebt sich ein Sieben-Zoll-Touchscreen auf der Mittelkonsole. Im Serienumfang enthalten ist auch die großzügige Sieben-Jahres-Garantie. Der günstigste Picanto unterschreitet sogar die 10 000-Euro-Grenze. Dafür gibt es dann 67 PS – und die Basisaustattung.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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