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Neue Qualität im Spiel

Archivartikel

Simone Spur Petersen: Dänische Rückraumspielerin soll eine Hauptrolle im Flames-Ensemble übernehmen

Sie gilt als „Transfer-Highlight“ (Flames-Geschäftsführer Jörg Hirte) der HSG Bensheim/Auerbach für diese Bundesliga-Saison, Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm erhofft sich von ihr eine „neue Qualität“ im Spiel: Simone Spur Petersen soll in diesem Jahr eine Hauptrolle übernehmen bei der HSG. Dass von ihr Besonderes erwartet wird, bringt die 24-jährige Dänin nicht aus der Ruhe. „Ich übernehme gerne Verantwortung, leider konnte ich das bei den Flames noch nicht zeigen.“ Eine Schulterverletzung aus der vergangenen Runde ist wieder aufgebrochen und setzt die Rückraumakteurin aktuell außer Gefecht.

Den Saisonauftakt wird Simone ziemlich sicher verpassen. Wie lange sie fehlen wird, lässt sich derzeit nicht absehen. Ihre eigene Ausfall-Prognose geht in Richtung „noch einige Wochen“. Aktuell stehen für sie keine handball-spezifischen Übungen auf dem Trainingsplan.

Simone – Spur ist der Nachname ihre Mutter, Petersen der ihres Vaters – stammt aus der dänischen Ostsee-Stadt Nyköping. Von ihrem Heimatverein Nyköping Handball-Club wechselte sie in die Nachwuchsabteilung des FC Midtjylland. Beim damaligen dänischen Meister wurde sie noch als Jugendspielerin für die Champions League ’11/12 gemeldet, kam aber nicht zum Einsatz. International lief es für Simone dann in der Spielzeit ’13/14 richtig gut: Mit Kopenhagen Handball erreichte sie das Viertelfinale im EHF-Cup und erzielte in diesem Wettbewerb insgesamt 18 Treffer.

Pokalsiegerin mit Oldenburg

Bisheriges Handball-Highlight war für die 1,72 Meter große Rechtshänderin der DHB-Pokalsieg mit dem VfL Oldenburg im Mai dieses Jahres. Ein Erfolg, der sie auf den Geschmack gebracht hat. „Das war toll, ich würde gerne weitere Titel gewinnen.“

Bei der HSG hat Simone sich auf Anhieb wohlgefühlt. „Die Mädels sind sehr offen, ich bin ein sehr offener Typ, das passt.“ Zudem erleichtern ihre Sprachkenntnisse die Eingewöhnung. Drei Jahre Deutsch-Unterricht in der Schule plus ein Jahr praktische Schulung in Oldenburg – Simone ist auch sprachlich erstklassig ausgebildet für das Engagement bei den Flames. „Deutsch zu lernen hat mir von Anfang an Spaß gemacht und es hat ganz gut geklappt.“ In Bensheim hat sie eine Wohnung bezogen, die Stadt und die Gegend gefallen ihr: „Es ist schön hier.“

Simone absolviert im dritten Semester ein Jura-Studium an der Fernuniversität Odense, das ihr die Freiheit gibt Lern- und Trainingsplan aufeinander abzustimmen. Heimweh hat sie nicht. „Für mich ist das absolut okay, ich bin gerne in Deutschland.“ Von Freunden und Familie aus Dänemark erhält sie regelmäßig Besuch.

Die Flames hat Simone in der vergangenen Bundesliga-Saison kennen und schätzen gelernt. Die Spielweise und die Einstellung der Mannschaft haben ihr imponiert, erzählt sie. Das Potenzial der HSG-Crew siedelt sie im Mittelfeldbereich der Liga an, auch mit Hinweise auf die guten Ergebnisse, die Bensheim/Auerbach im Vorjahr gegen einige Top-Clubs erreicht hat. „Und jetzt haben alle mehr Erfahrung, das ist gut.“ Simone ist davon überzeugt, dass die Flames für ihre weitere persönliche sportliche Entwicklung genau die richtige Adresse sind und sie hier an der Bergstraße den nächsten Schritt nach vorne machen kann.

Am liebsten linker Rückraum

Die dynamische Handballerin ist im Rückraum variabel einsetzbar, in Oldenburg hat sie auf allen drei Positionen in diesem Bereich gespielt. Persönlich favorisiert sie den Job im linken Rückraum. „Das ist meine Lieblingsposition.“ Auch wenn sie das Angriffsspiel „lustiger“ findet, ist Simone fast genauso gerne in der Defensive am Start. Sie bringt den nötigen Willen mit, um hart zu verteidigen. „Ich mag die Abwehrarbeit.“

Irgendwas Spezielles, was es über die Handballerin Simone Spur Peters noch zu sagen gibt? „Eigentlich nicht.“ Kein Ritual vor dem Spiel oder irgendeinen Spleen? „Na ja, zu Auswärtsspielen nehme ich meine Zahnbürste mit.“ Nur so oder wird auch schön geputzt? „Ja, immer vor dem Spiel in der Kabine.“ Und bei Heimspielen gehört die Zahnbürste nicht zum Equipment? „Nur manchmal.“ Eric Horn