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Weinheim Aus der Karlsbergpassage wird das Karlsberg-Carré / Erster Bauabschnitt soll Ende Oktober starten / Insgesamt 18 Monate Bauzeit

Noch viele Fragen zum Baustellenverkehr

Die Pläne für die Neugestaltung der Karlsbergpassage sind ja schon länger bekannt. Daher standen am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) Fragen zum Baustellenverkehr im Mittelpunkt der Diskussion.

Dabei wurde deutlich, dass auch die Stadtverwaltung noch Klärungsbedarf sieht mit Projektentwickler Max Zeitz (Wesbau Consulting) und Architekt Jochen Bechtold (Kubus Architekten), die eine vorübergehende Öffnung der Institutstraße für die Baufahrzeuge vorschlagen. Diese würden dann von der Bahnhofstraße an der Weinheim Galerie vorbei zur Baustelle gelangen. Angesichts einer Bauzeit von circa eineinhalb Jahren könne er sich das für die Fußgängerzone nicht vorstellen, erklärte Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner. Zudem wolle er das Thema erst noch mit dem Verein „Lebendiges Weinheim“ besprechen, der die Interessen des Einzelhandels vertritt.

Etwa sieben Monate Bauzeit sind für den ersten Bauabschnitt veranschlagt, erläuterte Zeitz. Ende Oktober, Anfang November soll es losgehen. Dann soll die Karlsbergpassage zur Bahnhofstraße geschlossen werden; dort entstehen zusätzliche Ladenflächen. Die meisten der ansässigen Geschäfte würde in dieser Zeit vorübergehend in den anderen Teil der Passage umziehen, die dann nur von der Institutstraße zu erreichen wäre. Die Tiefgarage werde aber auch während der Baumaßnahme nutzbar sein, versicherte Zeitz.

Regelung noch offen

Im zweiten Bauabschnitt ist dann der Teil der Karlsbergpassage an der Reihe, der sich zur Institutstraße orientiert. Wie dann die Verkehrsregelung aussieht, steht allerdings noch nicht fest. Der Projektentwickler versuchte, Sorgen zu zerstreuen, dass der Innenstadt ein Verkehrschaos drohen könnte. „Das ist kein Neubau, sondern eine Modernisierung im Bestand“, sagte er. Deshalb rechne er pro Woche höchstens mit fünf bis zehn größeren Baufahrzeugen. Ansonsten würden die meisten Handwerker mit deutlich kleineren Lieferwagen („Sprinter“) die Baustelle anfahren. In der Diskussion mit den ATU-Mitgliedern kam auch die Frage auf, ob die jetzt vorgestellten Pläne auch tatsächlich realisiert würden – oder ob es da noch Risiken gebe. Hintergrund der Frage waren Pläne für die Karlsbergpassage aus dem Jahr 2016, die sich wegen Anwohnereinwendungen nicht umsetzen ließen. Zeitz erklärte: „Da gibt es kein Risiko mehr. Die Finanzierung steht, auch die Baugenehmigungen liegen vor.“

Gleichwohl sind wohl noch einige Punkte offen: So fehlt bisher ein Brandschutzkonzept für die Zeit der Baumaßnahmen. Wegen der laufenden Vermarktung stehen auch noch nicht alle Nutzungen – mit den dann erforderlichen Genehmigungen – fest.

Dass es dem Projektentwickler nicht gelungen ist, einen Lebensmittelmarkt für das Projekt zu gewinnen, das künftig Karlsberg-Carré heißen wird, wurde von einigen ATU-Mitgliedern bedauert. Auch Zeitz hätte sich das gut vorstellen können. Aber in allen Gesprächen mit potenziellen Betreibern sei stets auf das vorhandene Überangebot in Weinheim verwiesen worden. Auch die nicht ausreichende Kundenfrequenz für einen Supermarkt an dieser Stelle und das Thema Parkplätze/Verkehr hätten dabei eine Rolle gespielt. pro