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Oberschicht auf dünnem Eis

„Élite“: Die erste Staffel der spanischen Netflix-Serie ist ab 5. Oktober verfügbar

Langsam rutscht quietschend eine Hand an der Glasscheibe hinunter. Was bleibt, sind blutige Fingerspuren. Das soll die neue Highschool-Serie von Netflix sein? Ja, denn spätestens seit „Tote Mädchen lügen nicht“ weiß der Zuschauer, dass auch in der Highschool nicht nur das Liebesleben des Football-Quarterbacks im Fokus steht. In der spanischen Produktion „Élite“ trifft die glamouröse Welt der Reichen à la „Gossip Girl“ auf Intrigen, Lügen und Fehlverhalten von „Tote Mädchen lügen nicht“ – inklusive einer Leiche. Eine explosive Mischung, die ab Freitag, 5. Oktober, bei dem Streamingdienst verfügbar ist.

Drei Schüler aus ärmeren Verhältnissen werden, nachdem ihre eigentliche Lehrstätte nach einem Erdbeben nicht mehr benutzbar ist, an eine Eliteschule versetzt. Dort treffen sie auf Kinder, für die Millionen auf dem Konto genauso selbstverständlich sind wie das Amen in der Kirche. Der ganz normale Schulalltag mit all den Problemen, Liebesbeziehungen und Herausforderungen beginnt. Doch dann wird eine Schülerin ermordet. Waren es die Neuankömmlinge oder doch die verwöhnten Musterschüler?

Dazu gibt es auch realistische Probleme: Ein Mädchen, das eine Hijab-Verschleierung trägt, macht ihren Mitschülern klar, dass das erstens kein Schal ist und sie trotzdem selbstständig denken kann. Vorurteile sind auch in den schlausten Köpfen mithin tief verankert. Eine andere Schülerin ist HIV-positiv.

Man könnte vorschnell urteilen, dass die Serie irgendwo im Durchschnitt mitmischt, denn die Themen sind nicht besonders innovativ. Doch es entstehen viele spannende Handlungsstränge, die den Zuschauer tief in das komplizierte Universum der Schule hineinziehen. Dazu kommt eine interessante Figurenzeichnung, die mit kurzen Szenen aus den Verhören, die nach dem Mord stattfinden, ergänzt wird.

Acht Folgen

Die erste Staffel umfasst acht Folgen. Drei der Protagonisten kennen sich schon von einem vorherigen Projekt: María Pedraza, Miguel Herrán und Jaime Lorente waren gemeinsam im Serienhit „Haus des Geldes“ als Alison, Rio und Denver zu sehen. Es ist eine beeindruckende Leistung, wie stark sie sich nun von den vorherigen Rollen absetzen. Vor allem beim Anblick von Herrán zögert man keinen Moment, ihm den aufgedrehten Schüler abzukaufen. tsch