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Roman Henning Mankells Debüt veröffentlicht

Politisches zwischen den Zeilen

Archivartikel

Henning Mankell, das ist der Meister des nordischen Krimis, Erfinder der Figur Kommissar Wallander. Seinen ersten Roman kennt in Deutschland aber kaum jemand. 45 Jahre nachdem Mankell ihn daheim in Schweden veröffentlichte, ist „Der Sprengmeister“ jetzt auf Deutsch erschienen. Ein meisterhaftes, politisches Debüt. „Der Sprengmeister“ sollte der Beginn einer Weltkarriere werden, die 2015 mit Mankells Tod endete. Sein Debüt schrieb er 1972, in einer hochpolitischen Zeit. „Für mich war dies eine Zeit der Freude, ich verspürte große Energie“, berichtete er 25 Jahre später. „Der Imperialismus knarzte in den Fugen.“

Vom Leben eines Arbeiters

Ebenso politisch, wenn auch eher zwischen den Zeilen, ist der „Sprengmeister“. Mankell erzählt das Leben des Arbeiters Oskar Johansson, der wie durch ein Wunder eine Sprengung überlebt. Seine Freundin kann die schweren Verstümmelungen nicht ertragen, so heiratet er ihre Schwester. Oskar wird in der schwedischen Arbeiterbewegung aktiv, glaubt an eine Revolution, die nie kommt. Später zieht er in ein Saunahäuschen auf einer Schäre. Ein verschrobener alter Mann, mit nur einer Hand und einem Auge, der keinen Luxus braucht und wenig spricht.