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Andalusien

Rechtsruck in Spanien

Sevilla.Zum ersten Mal seit Ende der Franco-Diktatur vor mehr als 40 Jahren ist in Spanien eine rechtsextreme Partei in ein Regionalparlament eingezogen. In der südlichen Region Andalusien erzielte die 2013 gegründete Partei Vox bei der Regionalwahl am Sonntag knapp elf Prozent der Stimmen – und kommt damit überraschend auf zwölf von 109 Mandaten. Kommentatoren sprachen von einem „politischen Erdbeben von historischer Tragweite“: Umfragen hatten Vox höchstens vier bis fünf Sitze vorhergesagt. Spanien galt lange als immun gegen rechtspopulistische Bewegungen.

Die Sozialisten von Ministerpräsident Pedro Sánchez erlitten in ihrer Hochburg hingegen ein Wahldebakel. Die andalusische PSOE mit Regionalpräsidentin Susana Díaz an der Spitze fiel mit nur 27,9 Prozent der Stimmen von 47 auf 33 Sitze zurück. Zwar bleibt sie stärkste Partei, jedoch gilt es als unwahrscheinlich, dass die 44-Jährige eine Mehrheit bilden und weiterregieren kann. Die Wahl in der bevölkerungsreichsten Region gilt als Stimmungstest für Spanien – und derzeit besonders für Sánchez, der seit Juni Regierungschef ist, aber nur eine äußerst schwache Minderheitsregierung führt. dpa