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Regionalliga SV Waldhof Mannheim hat vor allem mit den Veränderungen im Fanlager zu kämpfen / FCA Walldorf muss Abgänge kompensieren

Reicht spielerisches Potenzial für den Titel?

In diesem Jahr ist alles anders beim SV Waldhof Mannheim. Nachdem in den Vorjahren die Aufstiegsspiele gegen den VfL Sportfreunde Lotte (0:0, 0:2) verdient und gegen den SV Meppen (0:0, 4:5 n. E.) unglücklich verloren gegangen waren, startete man am Alsenweg das neue Unternehmen „Aufstieg in die 3. Liga“ jeweils mit einer gehörigen Portion Aufbruchstimmung. Davon ist dieses Mal nach dem Chaos-Abbruch gegen den KFC Uerdingen nur wenig zu spüren.

Der Kader weist derzeit noch eine zu geringe Breite für 34 Spieltage auf, an denen man gerne wieder oben mitspielen will. Zudem hat man unmittelbar nach dem Uerdingen-Spiel mit übertriebenem Aktionismus dem DFB mit einem vorschnell formulierten Maßnahmen-Katalog eine Karte hingespielt, die dieser von sich aus vermutlich nicht einmal gefordert hätte, nun aber genüsslich aufgenommen und in die Auflagen des erstinstanzlichen Urteils gepackt hat.

Die Aufgabe der Otto-Siffling-Tribüne (OST) als Fanblock ist in der momentanen Phase der größte Aufreger im Fan-Umfeld. Insbesondere die erste Heimpartie gegen den SSV Ulm 1846 (0:1) war eine jener Partien, die mit einer stimmgewaltigen Wand auf der OST früher womöglich noch gedreht worden wäre. Stattdessen waren die Ultras der Partie komplett fern geblieben, der im Stadionrund versprenkelte Rest versuchte sich zeitweise in Anfeuerungsrufen, doch diese erreichten zu keiner Zeit die Intensität der letzten Jahre. Sportlich wurde die 0:1-Niederlage gegen die „Spatzen“ dem Auftritt der Mannheimer nicht gerecht. Das spielerische Potenzial im Team ist erkennbar.

Einer, der sich dabei bereits in den Vordergrund gespielt und bewiesen hat, dass er die Rolle als Stratege einnehmen kann, ist der Hockenheimer Timo Kern, der vom FC Astoria Walldorf kam. Große Hoffnungen ruhen zudem auf dem Stürmer-Duo Valmir Sulejmani (Hannover 96 II) und Jesse Weißenfels (SV Stuttgarter Kickers), die bereits höherklassige Erfahrung mitbringen. Sie sollen die Abgänge von Publikumsliebling Benedikt Koep (TSV Steinbach Haiger) und Nico Hebisch, der sich noch vor Saisonbeginn bei seinem neuen Verein Viktoria Köln einen Kreuzbandriss zugezogen hat, vergessen machen.

Die künftige Rolle von Jan Just (TSV Schott Mainz), der zu Beginn den verletzten Marco Meyerhöfer auf der rechten Abwehrseite vertrat, und Maurice Hirsch (SV Stuttgarter Kickers), der sich im Pokalspiel gegen die SpVgg Neckarelz (4:0) verletzte, muss sich noch zeigen. Die Liste der Neuzugänge ergänzen noch drei Spieler, die eigentlich gar keine Neuen sind: Morris Nag kehrt nach einem Leihjahr vom Ligakonkurrenten VfR Wormatia Worms zurück, Jonas Weik und Florian Flick stoßen aus der eigenen A-Jugend dazu.

Löcher stopfen

Beim FC Astoria Walldorf galt es in diesem Sommer vornehmlich, Löcher zu stopfen. Die Abgänge von Kern zum SV Waldhof Mannheim und Torjäger Marcel Carl zum 1. FC Saarbrücken wogen schwer. Auch Christopher Hellmann, der erneut in die USA ging, wird der Mannschaft von Trainer Matthias Born fehlen. Neu hinzugestoßen sind entwicklungsfähige Spieler, die hauptsächlich aus unterklassigen Vereinen kamen. Der erfahrenste Akteur dürfte dabei noch Simon Kranitz (TSV Steinbach Haiger) sein, der in der Jugend des VfB Stuttgart ausgebildet wurde und für die SpVgg Unterhaching bereits drittklassig gespielt hat.

Erstmals seit Einführung der fünfgleisigen Regionalligen im Jahr 2012 wird es in dieser Spielzeit einen Direktaufsteiger in die 3. Liga geben - sicherlich zum Leidwesen des Clubs, der in diesem Jahr den zweiten Rang einnehmen wird. Dieser geht nämlich dafür erstmals leer aus.