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Weinheim Die städtischen Wohnhäuser in der Mannheimer Straße 14-20 und 22-24 sind in einem maroden Zustand

Sanieren oder abreißen? – Beschluss vertagt

Zumindest in einem Punkt waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) am Mittwoch einig: Die städtischen Wohnhäuser in der Mannheimer Straße 14-20 (mit 24 Wohnungen) und 22-24 (mit 15 Wohnungen) sind in einem schlechten Zustand. Hier muss in absehbarer Zeit etwas passieren. Doch bei der Frage, ob man die Häuser sanieren oder abreißen und neu errichten soll, gingen die Meinungen weit auseinander.

Mancher wollte beide Häuser (Baujahr 1926/27) erhalten, weil sie seit 90 Jahren das Stadtbild prägen, andere halten den Abriss beider Häuser für sinnvoller, um zeitgemäße Wohnverhältnisse zu schaffen. Auch die Varianten „Abriss Haus 14-20, Sanierung Haus 22-24“ oder „Sanierung Haus 14-20, Abriss Haus 22-24“ wurden diskutiert. Am Ende sahen sich die ATU-Mitglieder nicht in der Lage, eine Empfehlung für den Gemeinderat abzugeben.

Der Grund: Die Machbarkeitsstudie lieferte zwar konkrete Kostenschätzungen für eine Sanierung von Haus 22-24 (rund drei Millionen Euro) sowie für Abriss und Neubau von Haus 14-20 (6,2 Millionen Euro). Aber für Abriss und Neubau von Haus 22-24 gab es keine Zahlen, und für eine Sanierung von Haus 14-20 nur eine grobe, nicht wirklich belastbare Schätzung. Ferner fehlte eine klare Einschätzung zur Höhe von Fördermitteln bei einem Neubau. Auch ein Vergleich der Varianten hinsichtlich der voraussichtlichen Betriebskosten in den nächsten 30 Jahren wurde angemahnt.

Entscheidung im Dezember

Diese Zahlen sollen nun von dem Büro, das die Machbarkeitsstudie erarbeitet hat, noch nachgereicht werden. Da dies bis zum kommenden Mittwoch aber nicht zu schaffen ist, nahm Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner das Thema von der Tagesordnung. Im Dezember soll nun die Grundsatzentscheidung fallen, wenn alle relevanten Fakten auf dem Tisch liegen.

Dieser Weg hatte sich im Verlauf der offenen und sachlichen Debatte bereits abgezeichnet. Einig waren sich die Redner, dass man auf die Mieter beider Gebäude besondere Rücksicht nehmen sollte. Holger Haring (CDU) tat sich schwer mit dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Abriss des Hauses 14-20. Dies sei architektonisch ansprechender als das Nachbargebäude (22-24) und präge in gewisser Weise das Stadtbild. Auch Günter Bäro (Freie Wähler) wollte sich noch nicht auf einen Abriss und Neubau dieses Hauses festlegen. Er lenkte den Blick dabei unter anderem auf das Thema Stellplätze. Eine Tiefgarage wäre bei einem Neubau von Haus 14-20 allerdings aus Kostengründen nicht vorgesehen, machte Fetzner deutlich.

Daniel Schwöbel (SPD) konnte sich auch einen Abriss von Haus 22-24 vorstellen, wobei er dazu allerdings konkrete Zahlen vermisste. Abgesehen davon warnte sein Parteifreund Constantin Görtz vor dem schwierigen Grundstückszuschnitt von Haus 14-20, der bei einem Neubau zu erheblichen Schwierigkeiten führen werde. Dass Haus 14-20 mit seinen Erkern eigentlich die schönere Fassade hat, ließ Elisabeth Kramer (GAL) laut darüber nachdenken, ob man nicht dieses Haus sanieren und stattdessen Haus 22-24 abreißen sollte. Dagegen spricht aus Sicht der Gutachter, dass genau wegen dieser Besonderheiten eine Sanierung von Haus 14-20 fast so teuer wäre wie ein Neubau.

Simon Pflästerer (Weinheimer Liste) sprach sich dafür aus, beide Häuser abzureißen. Das biete die Chance, das gesamte Areal neu zu überplanen und eine nachhaltige Lösung zu realisieren. Damit würden allerdings zwei architektonische „Originale“ Weinheims verschwinden, wandte Dr. Wolfgang Wetzel (FDP) ein, der sich aber bisher ebenso wenig eine abschließende Meinung gebildet hatte wie Matthias Hördt (Linke), auch wenn er anhand der bisher vorliegenden Zahlen eher zur Sanierung von Haus 14-20 tendierte. pro