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Selbstständigkeit bleibt erhalten

Archivartikel

Schiedsrichter-Kreisgruppe Mergentheim: Neuer Obmann Julian Scheidel sieht Priorität in der Nachwuchsarbeit

Die ersten 100 Tage liegen schon eine Weile hinter ihm: Julian Scheidel wurde im Januar als Nachfolger von Kurt Immel, der nach sechs Jahren nicht mehr kandidierte, aber als Ausschussmitglied weiter dabei ist, zum neuen Obmann der Schiedsrichter-Kreisgruppe gewählt.

Der 26-Jährige Wachbacher, der seit 2007 aktiv pfeift und bereits seit 2012 Mitglied des Schiedsrichter-Ausschusses ist, zieht eine sehr positive Zwischenbilanz: „ Ich habe meine Entscheidung, dieses Amt anzunehmen, bisher nicht bereut. Es macht mir Spaß, die Schiedsrichter-Gruppe weiterzubringen. Ich arbeite mit einem tollen Ausschuss zusammen, der sich in seiner Zusammensetzung kaum verändert hat und freue mich, Teil eines Teams zu sein, das sich in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt hat“.

Zwei kurzfristige Ziele seien erreicht worden: Sebastian Schühl hat sich in der Landesliga gehalten, und die Schiedsrichter-Gruppe Mergentheim hat mit Christian Wenzel auch wieder einen Beobachter, nachdem Marian Viriant eine Pause eingelegt hat. „Christian hat Interesse gezeigt und im April den Beobachterlehrgang mit allen damit verbundenen Prüfungen erfolgreich absolviert. Der Verbandsschiedsrichterausschuss hat ihn dann im Juni nominiert. Das ist keine Selbstverständlichkeit, da das Angebot an Interessenten größer als die Nachfrage seitens des Verbandes ist“, freut sich Julian Scheidel und ergänzt: „Es ist ganz wichtig für unsere kleine Gruppe im nördlichsten Zipfel von Württemberg, mit Sebastian Schühl einen Lehrwart und Schiedsrichter in der Landesliga sowie auch wieder einen Beobachter bis zur Bezirksliga zu haben!“

Mehr Coaching

Bis zur Bezirksliga fungiert Julian Scheidel auch als Schiedsrichter – weitergehende Ambitionen hat er aber nicht: „Ich werde das Pfeifen natürlich nicht ganz vernachlässigen, widme mich aber mehr meiner offiziellen Tätigkeit“. Eine große Priorität sieht der neue Obmann in der Nachwuchsarbeit: „Wir müssen noch mehr Energie aufbringen, die Jungs und Mädels zu fördern und nach oben zu bringen: noch mehr Coaching und Video-Coaching für Jungschiedsrichter, noch mehr Betreuung und Unterstützung durch erfahrene Schiedsrichter. Wir haben junge Leute, die gute Voraussetzungen haben und wollen sie mittelfristig in die Bezirks-und Landesliga hochbringen!“

Die jungen Mädchen will er, auch in enger Zusammenarbeit mit den anderen Schiedsrichtergruppen des Fußballbezirks, noch besser integrieren und fördern: „Es gibt immer mehr Mädchenmannschaften, aber viel zu wenige Schiedsrichterinnen“, erläutert Julian Scheidel.

Wildcard für Alisa Kranz

Eine Schiedsrichterin vertritt die Kreisgruppe Mergentheim nun unter Beobachtung in der (Herren-)Bezirksliga: Alisa Kranz profitiert in der neuen Runde von einer „Wildcard“, die der WFV jedes Jahr für acht Schiedsrichterinnen im Verbandsgebiet vergibt.

Die Schiedsrichter-Gruppe Mergentheim ist eine kleine, aber feine Gruppe, die, so der Obmann, „die Gemeinschaft und Kameradschaft auszeichnet“. „Hierfür hat Kurt Immel sehr viel getan“, lobt er seinen Vorgänger. Man könne sehr stolz darauf sein, das man in Bezug auf die Anzahl der Vereine im Einzugsgebiet der Gruppe Mergentheim sogar verbandsweit die meisten anrechenbaren Schiedsrichter hat, meint Scheidel.

Reduzierung vom Tisch

Nach wie vor sind die Voraussetzungen für die Anrechenbarkeit mindestens 15 Spielleitungen (bei Jungschiedsrichtern zwölf) sowie für alle der Besuch von mindestens vier Schulungen. Im letzten Spieljahr konnten 59 von 81, also 73 Prozent der Schiedsrichter angerechnet werden. Dies war zwar der tiefste Stand der letzten zehn Jahre, im verbandsweiten Vergleich aber immer noch recht ordentlich.

Die Pläne beim Verband, die Anzahl der Hohenloher Schiedsrichtergruppen durch Zusammenlegung(en) zu reduzieren, sind nach Auskunft von Julian Scheidel zumindest vorläufig vom Tisch. Jede der fünf Gruppen in Hohenlohe ist derzeit gut aufgestellt. Die Kreisgruppe Mergentheim bleibt also selbstständig, weitere Entwicklungen müssten jedoch beobachtet und berücksichtigt werden, so Julian Scheidel.

Zu den sehr „ großzügigen“ Spielleitungen bei der WM meint er: „Dieser Trend ist in den internationalen Wettbewerben schon in den letzten Jahren festzustellen. In den unteren Amateurklassen kann man so aber weder spielen noch pfeifen. Wir müssen schon in den Vorbereitungsspielen vermitteln, dass wir mit diesem Stil gar nicht erst anfangen. Ich finde es aber erfreulich, dass der Videobeweis bei der WM bis auf ganz wenige Entscheidungen hervorragend angewendet wurde“.

Mit nennenswerten Regeländerungen müssen sich Vereine, Spieler und Schiedsrichter in der Saison 18/19 nicht einstellen. Aus gegebenem Anlass wird aber noch einmal darauf hingewiesen dass, nach Freigabe des Online-Spielberichtsbogens durch die Vereine, Nachmeldungen von Spielern beim Schiedsrichter nur vor Spielbeginn möglich sind.

Eine Neuerung ist für Clubs, die für den Reservewettbewerb eine Neunermannschaft melden, interessant: Das Spielfeld wird um eine Strafraumlänge verkleinert, ist also 16 Meter kürzer.