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Essay Joan Didion analysiert scharfsinnig Politik und Kultur

Sentimentale Reisen

Die amerikanische Journalistin Joan Didion, eine der brillantesten Autorinnen der USA, ist hierzulande noch ein Geheimtipp. Geboren 1934 in Kalifornien, schrieb sie für verschiedene Zeitungen. Sie lebt inzwischen in New York. „Sentimentale Reisen“ heißt der glänzende Essayband, der einen Querschnitt ihrer Reportagen aus den Jahren 1982 bis 1992 vorlegt.

Als scharfsinnige Betrachterin der amerikanischen Kultur und Politik verbindet sie persönliche Erfahrungen akribisch mit sozialen Analysen. Die Mischung von privater Reflexion und öffentlicher Sachdebatte ist ihr Markenzeichen.

Virtuoser Augenzeugenstil

Niemals reduziert sie die komplexen Phänomene des gesellschaftlichen Lebens, die sie als Gerichtsreporterin spektakulärer Fälle, als Parteitags- oder Showbizanalystin aufmerksam verfolgt, auf Schwarz oder Weiß. In einem virtuosen Augenzeugenstil beleuchtet sie Momentaufnahmen ihrer Zeit, so ungeheuer eindrucksvoll in „Golden Girl aus dem goldenen Westen“, den Entführungsfall Patricia Campbell Hearst. Diese treffenden Essays entwerfen ein präzises Bild des intellektuellen Klimas jener Jahre in den USA.