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Simple Unterhaltung

„Greatest Showman“: Film verschweigt einiges

Eine Million Träume hat P.T. Barnum. Und er wird sie sich alle erfüllen. Ein kleiner Mann, der mit Gerissenheit und Unverfrorenheit zum größten Impresario im Amerika des 19. Jahrhunderts wurde. Wenn das mal kein Stoff für eine Kino-Extravaganz ist. Hugh Jackman singt und tanzt sich in der Titelrolle von „Greatest Showman“ durch ein schwungvolles Filmmusical (2017), das sich überhaupt keine Mühe macht, etwas anderes zu sein als pure Unterhaltung.

Umstrittene Hauptfigur

Regisseur Michael Gracey jedenfalls fährt alles auf, was das Showgeschäft zu bieten hat: Eine bärtige Frau, einen kleinwüchsigen General, einen sanften Riesen, siamesische Zwillinge - und dazu den „High School Musical“-erprobten Zac Efron. Greatest Showman“ ist in der Tat die größte Show: zum Staunen, Lachen, Tanzen, Seufzen. Dass die historische Figur nicht unumstritten war, verschweigt der Film allerdings.

Barnum nahm es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau, er führte die Zuschauer mit Taschenspielertricks an der Nase herum und ließ vermeintlich kuriose Menschen auftreten, die er nach getaner Arbeit wieder in die Heime abschob, aus denen er sie hervorgezerrt hatte. Im Film geht es dagegen um einen Mann, der sich nichts sehnlicher wünscht als Anerkennung und der seiner Frau (Michelle Williams) und Kindern ein angenehmes Leben ermöglichen will. tsch