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Weinheim Leser klagen über lange Auto-Schlangen in der Mannheimer Straße / Eine Ursache behoben: Sturm hatte Position der Kameras an den Bedarfsampeln verstellt

Stau-Chaos: Jetzt wird nachgebessert

Archivartikel

Spätestens um 10 Uhr morgens ist das Chaos auf der Mannheimer Straße seit Tagen perfekt: Der Verkehr staut sich in Richtung Postkreuzung. Wer da durch muss, braucht mindestens zehn Minuten länger als sonst.

Mehrere Leser haben sich inzwischen an die Redaktion gewandt. Markus Z. ist einer von ihnen. Er schrieb am Montag via Facebook: „Die Behelfsampel, die auf der Postkreuzung installiert wurde, stimmt von den Zeiten und Taktung überhaupt nicht, so dass ab 10.30 Uhr der Verkehr auf der Mannheimer Straße Richtung Stadt und aus den anderen Richtungen kollabiert.“

Von einer massiven Verschlechterung des Verkehrs berichtet auch Ralf Sch., der sich per Mail meldete: „Wenn ich gegen 17 Uhr von der Weststraße in die Mannheimer Straße fahre, kommen maximal ein bis zwei Autos innerhalb einer Grünphase über die Kreuzung. Der Stau reicht bis zum Tor 1 von Freudenberg. Bei Rot am Hallenbad stockt der Verkehr, sodass es kaum möglich ist, sich einzufädeln.“

Chaotische Verhältnisse

Der Stau ziehe sich über die gesamte Länge der Mannheimer Straße, es komme zu chaotischen Verhältnissen. Autos stünden zum Teil auf den OEG-Gleisen weil sie nicht einfahren können. Beide Leser sind sich einig, dass die Grünphasen bei der früheren Ampelschaltung deutlich länger waren.

Die Redaktion war mehrfach vor Ort. Tatsächlich kommen am Dienstagmorgen an der Postkreuzung-Ampel in der Mannheimer Straße in jeder Grünphase maximal zehn Fahrzeuge drüber. Mitunter mogeln sich Nummer elf und zwölf noch rasch bei Rot durch. Die Schlange reicht auch um 10 Uhr noch bis hinter das Hallenbad. Um 14.30 Uhr dasselbe Bild: Mitunter sind die Grünphasen nun zwar etwas länger, aber dafür sorgt die OEG immer wieder dafür, dass es sogar nur fünf oder sechs Autos bei Grün schaffen.

Um 17 Uhr ist dann noch mehr Geduld gefragt. Die Schlange in der Mannheimer Straße wird immer länger; aus der Weststraße kommende Fahrzeuge müssen sich förmlich in die Lücken quetschen oder notgedrungen auf den Gleisen warten, weil der Verkehr nicht rechtzeitig abfließt.

Krisensitzung bei der Stadt

Auch bei der Stadtverwaltung häufen sich die Beschwerden. Am Dienstagmorgen fand deshalb eine Krisensitzung zwischen Tiefbauamt Weinheim und Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) statt, um die Ursachen zu besprechen, berichtet der städtische Pressesprecher Roland Kern.

Auch er ist am Nachmittag zusammen mit Christian Wind, Ingenieur beim Tiefbauamt, vor Ort. „Einen Fehler haben wir bereits gefunden und behoben“, berichten sie. Der Sturm vom Wochenende hatte an den Bedarfsampeln einige der Kameras verstellt, die eigentlich den Verkehr im Blick haben und automatisch die Grünphasen steuern sollen. Die Folge: Die Kameras „sahen“ keine Autos mehr, also schaltete der Computer die Ampeln schon nach kurzer Zeit wieder auf Rot, weil ja scheinbar kein Verkehr aus dieser Richtung kam.

Doch das kann nicht das einzige Problem gewesen sein, räumt Wind unumwunden ein. Denn auch am frühen Nachmittag staut sich der Verkehr in der Mannheimer Straße in Richtung Innenstadt, was außerhalb des Berufsverkehrs nicht normal ist. Dafür läuft es auf der B 3 und in der Bahnhofstraße vergleichsweise flüssig. Dort sind aber auch deutlich weniger Autos unterwegs.

In Absprache mit der RNV, die eigentlich für diese Baustelle zuständig ist, hat Wind deshalb veranlasst, dass das Programm für die „verkehrsabhängige Ampelsteuerung“ noch einmal angepasst wird: In der Mannheimer Straße sollen Lücken, die von der Kamera in der Schlange erfasst werden, ab dem heutigen Mittwoch vom Steuerungsprogramm erst nach fünf Sekunden als „Straße leer“ interpretiert werden, was zum vorzeitigen Umschalten auf Rot führt. Bisher waren es drei Sekunden. Denn tatsächlich reagieren etliche Autofahrer relativ spät, wenn ihr Vordermann losfährt.

Nur ein kleiner Vorgeschmack

Aber auch die Grünphase in der Mannheimer Straße wolle man noch etwas verlängern, erklärt Wind. Und er verspricht: „Wir behalten den Verkehr im Auge und werden bei Bedarf weitere Änderungen vornehmen.“ Pressesprecher Kern ergänzt: „Schließlich wollen wir alle, dass sich die Behinderungen in erträglich in Grenzen halten.“ Denn allen ist klar: Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Baumaßnahmen, die am 8. Oktober erst richtig losgehen. Dann erneuert die RNV in der Mannheimer Straße – zwischen Suezkanalweg und Weststraße – nämlich nicht nur die Gleisanlagen, sondern verlegt auch die OEG-Haltestelle Luisenstraße auf die andere Seite der B 3.

Außerdem lässt die Stadt Weinheim den Kanal und die Fahrbahn in der Mannheimer Straße sowie die Ampeln und die Verkehrsinseln an der Postkreuzung erneuern. Während der Bauzeit wird für circa zehn Monate ein Schienenersatzverkehr zwischen dem Alten OEG-Bahnhof und der Händelstraße eingerichtet. shy/pro