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Pop Leifur James überwindet auf „A louder silence“ Grenzen

Stille finden in lauter Welt

Der Mann hat Ambitionen und entzieht sich jeglicher Festlegung: Leifur James sieht aus wie Sebastian Vettel, wenn er ein Rennen hinter Lewis Hamilton beendet hat. Und was er über sein heute erscheinendes Debütalbum „A louder silence“ sagt, deutet darauf hin, dass er als Komponist, Musiker und Produzent mit dem zweiten Platz nicht zufrieden wäre. Momente der Stille in einer lauten Welt wiederzufinden, dabei sollen uns die zehn Titel helfen – und dabei zählt jedes Detail.

Der Londoner Künstler hat für seinen Erstling viele Vorschusslorbeeren erhalten. Bislang sind zwei Singles von ihm auf dem Markt, die auf dem Album enthalten sind. Vom rein elektronischen Sound früherer unveröffentlichter Tracks ist er umgestiegen auf analoge Synthesizer und warme akustische Instrumente, die er alle selbst spielt. Zwei Jahre arbeitete er im Heimstudio, Live-Drums wurden mit Jim Macrae aufgenommen.

Dass Leifur James bei einigen Titeln auch singt, macht die Einordnung dieser hörenswerten Kollektion nur noch schwieriger. Als Sohn einer klassisch ausgebildeten Pianistin und versierter Cellist hat er eine ganz andere Annäherung ans Komponieren als Soundtüftler, die beim Begriff Keyboard zuerst an die Computertastatur denken.

Eine spacig-warme Umarmung

Das klingt besonders gut bei „Argonaut“ durch, dem mit knapp acht Minuten längsten Stück des Albums: Kopfkino befeuert mit einer akustischen Gitarre und dynamischen Drums, das den von James gewollten Kontrast zwischen Groove und Kontemplation, Vorantreiben und Innehalten, bestens auf den Punkt bringt. In „Night and Day“ pluckert es spacig, bis ein Cello die Atmosphäre ins Umarmende, Anheimelnde zieht.

„A louder silence“ ermöglicht vielschichtige Entdeckungen und schützt durch seine Vielfalt vor Ermüdungserscheinungen – auch bei eingerasteter Wiederholungstaste. (Night Time Stories/Rough Trade)